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Im Schatten der Sonne

Sommerferien auf dem Mars

Von Manfred Lindinger.
 - 17:11
Muss seine Arbeiten bis zu 1. August ohne Kontakt zur Erde ausführen. Bild: Nasa, JPL, F.A.Z.

Etwa alle zwei Jahre stehen sich Mars und Sonne besonders nahe. Dann verschwindet von der Erde aus gesehen der Rote Planet für einige Wochen hinter unserem Gestirn. Das ist für die internationalen Raumfahrtorganisationen eine gute Gelegenheit, um eine Raumsonde zum Nachbarplaneten zu schicken. Die Reise zum Mars ist dann vergleichsweise kurz und günstig. Diese besondere Konstellation – Mars-Sonnen-Konjunktion genannt – bedeutet aber auch Kommunikationsprobleme mit den Sonden und Rovern, die den Mars schon seit längerem von einer Umlaufbahn aus oder auf der Oberfläche erkunden. Verursacher sind vor allem die geladenen Teilchen der Sonnenkorona. Sie stören die Funkverbindung.

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In diesen Tagen ist das wieder der Fall. Und deshalb schickt die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa seit dem vergangenen Wochenende keine Signale mehr zu ihren zwei funktionsfähigen Rovern „Opportunity“ und „Curiosity“ und zu ihren drei Sonden „Mars Odyssey“, „Mars Reconnaissance Orbiter“ und „Maven“. Die Funkstille soll bis zum 1. August anhalten.

Bodenstationen bleiben auf Empfang

„Aus Vorsicht werden wir mit unseren Außenposten auf dem Mars während dieser Zeit nicht sprechen, denn wir erwarten eine bedeutende Reduzierung der Kommunikationsverbindung, und wir wollen nicht riskieren, dass eines unserer Raumschiffe eine fehlerhafte Anweisung bekommt“, erklärt Nasa-Manager Chad Edwards vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena.

Dennoch bleibt man auf Empfang, um die von den Orbitern und Rovern gesendeten Daten empfangen zu können. Weil man erwartet, dass die Nachrichten vom Mars unvollständig sind, werden die Messdaten zur Sicherheit später noch einmal geschickt.

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Die Rover blieben aktiv und führten Anweisungen aus, die man im Voraus geschickt habe, sagt Hoppy Price, Chef-Ingenieur des Mars-Programms der Nasa. „Die Sonden werden weiter ihre Beobachtungen machen und Daten schicken. Die Rover werden nicht fahren, aber ihre Beobachtungen und Messungen weiter ausführen.“

Zwangspause für ExoMars-Orbiter

Auch für das europäisch-russische Gemeinschaftsprojekt „ExoMars“ bedeutet die aktuelle Planetenkonstellation eine kurze Pause. „ExoMars-2016 geht in die Sommerferien“, teilte die Akademie der Wissenschaften in Moskau mit. Seit vergangenem Herbst umkreist der Forschungssatellit „Trace Gas Orbiter“ (TGO) der ExoMars-Mission den Roten Planeten. Im Frühjahr hatten Esa und Roskosmos ein langwieriges Bremsmanöver in der Mars-Atmosphäre eingeleitet. Damit soll der Orbiter innerhalb eines Jahres von einer elliptischen Bahn um den Mars auf eine kreisförmige Umlaufbahn in 400 Kilometern Höhe gebracht werden.

Dieser Bremsvorgang wird nun wegen der eingeschränkten Kommunikation solange ausgesetzt, bis der Mars wieder hinter der Sonne auftaucht. Ende August soll das Manöver fortgesetzt werden. Seine endgültige Umlaufbahn soll der TGO im Frühjahr 2018 erreichen. Dann kann die im vergangenen Jahr gestartete Sonde endlich mit ihren Forschungsarbeiten beginnen. Sie soll unter anderem nach Spuren von Methan in der Marsatmosphäre suchen. Für die Nasa ist die Planetenkonstellation bereits Routine. Alle Mars-Missionen der Nasa haben bereits mindestens zwei solcher Konstellation erlebt. „Mars Odyssey“, im April 2001 zum Roten Planeten gestartet, sogar seine achte und „Opportunity“, der seit Januar 2004 die Marsoberfläche erkundet, seine siebte. „Alle unsere Raumschiffe sind Veteranen“, sagt Edwards. „Wir wissen, was uns erwartet.“

Quelle: F.A.Z.
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