Früher als erwartet

Sojus-Kapsel mit Alexander Gerst erfolgreich an ISS angedockt

 - 15:37

Nach zwei Tagen Flug in einem engen Raumschiff ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst an der Internationalen Raumstation (ISS) angekommen. Das Raumschiff „Sojus MS-09“ dockte am Freitag um 15:03 Uhr über dem östlichen China am russischen ISS-Modul „Rasswet“ (Morgendämmerung) an. Damit erreichte die Kapsel die Raumstation vier Minuten früher als zuvor erwartet. Das Manöver lief automatisch ab.

Nach einem Druckausgleich sollte die Verbindungsluke zwischen der Station und der Sojus rund zwei Stunden später geöffnet werden und für Gerst und seine Crew-Kollegen den Weg frei machen in ihr neues Zuhause in der Schwerelosigkeit. Gerst war am Mittwoch mit dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew und der amerikanischen Astronautin Serena Auñón-Chancellor vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS gestartet.

Bis Dezember im All

Zahlreiche Fans von „Astro-Alex“ hatten bei Liveübertragungen in Deutschland mitgefiebert. Er soll bis Dezember bleiben, im Herbst darf er als erster Deutscher das Kommando auf der Raumstation übernehmen. Der Flug zum Weltraumlabor dauerte planmäßig zwei Tage. Dort erwarteten sie die amerikanischen Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold sowie der Kosmonaut Oleg Artjemjew. Die Mission „Horizons“ (Horizonte) ist Gersts zweiter Einsatz im Weltraum. 2014 war er bereits für gut ein halbes Jahr im All. Damals hatte er als twitternder „Astro-Alex“ viele Fans in Deutschland gewonnen.

Video starten

Forschung auf der ISSGersts Experimente in der Schwerelosigkeit

In den kommenden Tagen kann sich Gerst gleich auf seine ersten Experimente stürzen. Rund 300 stehen auf der Agenda, davon 41 Versuche des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Doch schon kommende Woche muss sein ursprünglicher Plan angepasst werden, denn ein Außeneinsatz seiner UKollegen Arnold und Feustel ist für Donnerstag angesetzt. Gerst solle die beiden von innen unterstützen, sagte Volker Schmid, „Horizons“-Leiter beim DLR, der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür mussten wir ein Experiment verschieben.“

Quelle: dpa/leav.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenAlexander GerstISSAstronaut