Gesundheitsvorsorge

Jeder kann fit sein

Von Kirsten Niemann, ias-Gruppe
 - 14:46

Die Knie tun weh, Schultern und Rücken auch. Vor allem am Morgen sind die Gelenke steif, jede Bewegung schmerzt. Sport bei Arthrose? Macht keinen Spaß, finden Betroffene, ihre Motivation ist im Keller. Rund zwei Drittel der über 65-Jährigen leiden unter diesem Gelenkverschleiß. Aber auch Menschen, die einmal exzessiv Sport getrieben haben, kämpfen oft gegen dauerhafte Beschwerden. Meist sind Fehlbelastungen dafür verantwortlich, dass sich der Gelenkknorpel abnutzt und Knochen auf Knochen schabt. Knie und Hüfte sind besonders häufig betroffen. „Sich deswegen auf die Couch zu legen und Bewegung zu vermeiden, ist kontraproduktiv“, warnt Sebastian Finis, Gesundheitscoach bei ias PREVENT in Berlin, „denn nur Bewegung kann den Verschleiß aufhalten.“

Mobilitätsübungen für starke Muskeln

Der Coach empfiehlt ein Pensum von 30 Minuten am Tag. Bewegung sorgt dafür, dass sich die nährstoffreiche Gelenkschmiere bildet, die den Knorpel versorgt. Doch nicht jede Sportart ist geeignet. Finis empfiehlt Schwimmen (Kraul und Rücken), Nordic Walking, Wandern, Pilates, Qigong oder Tai-Chi. Auch Skilanglauf und Radfahren im niedrigen Gang ölen die Gelenke. Einfache Mobilitätsübungen stärken das Muskelgewebe und entlasten somit die Gelenke: die Schultern kreisen lassen, im Vierfüßlerstand Katzenbuckel und Rundbuckel abwechseln und Kniebeugen. Kniebeugen? Wer unter Arthrose im Knie leidet, schlägt nun möglicherweise Alarm. „Keine Sorge, zunächst sitzen Sie bei der Übung auf einem Stuhl“, kontert der Gesundheitscoach. Auf die korrekte Ausführung kommt es an: hinsetzen, aufstehen, hinsetzen, aufstehen – immer im Wechsel. Und später dann ganz ohne Stuhl. Eine wunderbare Übung, wie Sebastian Finis findet. „Was nur Wenige wissen: Die Kniebeuge trainiert nicht nur die Beine, sondern auch Bauch, Rücken, Gesäß, sogar die Arme.“

Erfolgserlebnisse motivieren

Nach wenigen Schritten geraten sie aus der Puste, der Puls rast und die Gelenke schmerzen. Auch Übergewichtige haben nur selten Freude an Bewegung. Jedes Kilo drückt auf die Gelenke, sie müssten eigentlich erst etwas Gewicht abnehmen. „Zu 80 Prozent lässt sich das Gewicht durch Ernährung beeinflussen, zu 20 Prozent durch Sport“, sagt Sebastian Finis. Selbst Jogging sei keineswegs tabu. Der Coach empfiehlt einen Trainingsplan mit Belastungseinheiten, die sich langsam steigern. Eine Minute gehen, eine Minute joggen – und die Jogginganteile immer größer werden lassen. „Irgendwann wird man auch größere Distanzen durchhalten“ – und hat bis dahin garantiert auch abgenommen. Nichts ist motivierender als ein Erfolgserlebnis. Und die Couch verliert ihren Reiz.

A wie ein Anfang und ärztliche Beratung

Welche Sportart eignet sich für mich? Wie viel sollte ich mir am Anfang zumuten? Ein medizinischer Check-up inklusive individueller Beratung beantwortet diese und weitere wichtige Fragen. Neben einer umfassenden internistischen Untersuchung testet das medizinische Personal dabei auch die Durchblutung der Gefäße oder führt eine Körperfettanalyse durch. Teilnehmer erhalten im Anschluss konkrete und auf Sie abgestimmte Handlungsempfehlungen zu Ernährung, geeigneten Sportarten und Trainingsintervallen. Für Fragen oder Terminanfragen treten Sie hier mit uns in Kontakt.

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