Mitarbeiterbindung

So wird Gesundheit zur Chefsache

Kranke Mitarbeiter kosten deutsche Unternehmen viel Geld: Für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gaben deutsche Arbeitgeber im Jahr 2015 rund 45 Milliarden Euro aus, belegen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Der Umsatz, der Firmen wegen kranker Mitarbeiter entging, lag noch deutlich höher: Im Durchschnitt fehlten Arbeiter und Angestellte zuletzt an 3,9 Prozent aller Arbeitstage eines Jahres wegen unterschiedlichster psychischer und körperlicher Erkrankungen. Dabei belegt der aktuelle Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen, dass psychische Störungen nach Probleme im Muskel- und Skelettsystem sowie Erkrankungen der Atemwege die dritthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit sind.

Damit müssen sich Unternehmen nicht abfinden, sagen Petya Petkova und Stefan Piesker, Experten der Betriebskrankenkasse R+V BKK. Mit einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) können sie die Ursachen von Krankheit bekämpfen, den Krankenstand senken und so produktiver werden. Allerdings: Viele Unternehmen in Deutschland machen ihren Mitarbeitern bisher keine gesundheitsfördernden Angebote, belegen verschiedene Umfragen, unter anderem der Zeitschrift „Personalwirtschaft“. Besonderen Nachholbedarf haben kleine und mittelständische Unternehmen. Nur 27 Prozent der Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern setzen auf gesundheitsfördernde Maßnahmen.

Das Ziel eines professionellen BGM ist es, die Bedürfnisse der Mitarbeiter mit den unternehmerischen Interessen in Einklang zu bringen. Dabei gibt es verschiedene Ansatzpunkte: Regelmäßige Untersuchen der Mitarbeiter beim Betriebsarzt, Sportkurse für die Belegschaft oder kostenlose Raucher-Entwöhnungskurse. Wenn ein Unternehmen solche Angebote einführen will, erhebt es am besten über eine Mitarbeiterbefragung – unterstützende Materialien dazu finden sich im Internet -, welche Angebote sie am ehesten annehmen würden.

Doch an diesem Punkt sollte ein BGM nicht enden: Auch die Unternehmenskultur und das Führungsverhalten der Chefs haben einen großen Einfluss auf die Zahl der Krankheitstage in Unternehmen. Danach sind Arbeitnehmer, die über schlechte Stimmung am Arbeitsplatz klagen, besonders häufig krank. Jeder dritte Mitarbeiter, der die Unternehmenskultur bei seinem Arbeitgeber als schlecht bewertet, hat im Jahr 2015 mehr als zwei Wochen lang wegen Krankheit gefehlt. Für Arbeitgeber bedeutet das: Wenn sie die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern, können sie den Krankenstand merklich und nachhaltig senken.

Mit einem professionellen BGM stößt ein Arbeitgeber gleich mehrere positive Veränderungen an. Er senkt nicht nur die Kosten für die Lohnfortzahlung und steigert gleichzeitig den Umsatz. Er kommt außerdem in den Genuss motivierter Mitarbeiter, deren Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft steigt. Und: Ein Unternehmen erhöht auf diesem Weg auch seine Attraktivität als Arbeitgeber. So fällt es ihm in Zukunft leichter, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und an sich zu binden.

Die Versicherungswirtschaft unterstützt Unternehmen bei der Einführung eines BGM. So auch die R+V Betriebskrankenkasse, die der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken nahe steht. Gemeinsam mit der Genossenschaftsbank vor Ort unterstützt sie bei Betriebsversammlungen, bei denen der Belegschaft interessierter Unternehmen das Thema BGM nahe gebracht werden kann.

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