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Technik gegen die Krise

Die deutsche Corona-Warn-App nimmt endlich Fahrt auf

Von Bernd Freytag, Mainz
Aktualisiert am 15.05.2020
 - 16:51
Ein junger Mann sitzt in einer S-Bahn und benutzt dabei sein Smartphone.
Logo und der Name stehen fest. Nächste Woche sollen erste Programmcodes öffentlich gemacht werden.

Vier Wochen vor dem geplanten Start stehen Name und Logo der Corona-App fest. „Corona Warn App“ soll sie schlicht heißen, das Logo, blau-rot und gezackt, an das Virus erinnern. Ausgedacht hat sich beides die Hamburger Kommunikationsberatung „Zum goldenen Hirschen“. Mit ihr hatte das Bundespresseamt ohnehin für dieses Jahr einen Beratervertrag geschlossen. Ob die App tatsächlich wie kolportiert mit dem Slogan „Diese App kann nichts, außer Leben retten“ oder „Unsere App-traktion des Jahres“, beworben werden soll, ist nicht klar. In Regierungskreisen hieß es am Freitag lediglich, die Werbung für die App solle möglichst zeitnah zum Veröffentlichungstermin Mitte Juni starten.

Nach dem Willen der Bundesregierung soll die App ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung werden. Ziel ist es, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und so die weitere Ausbreitung zu verhindern. Wer sich die App auf sein Handy lädt, bekommt eine Nachricht, wenn er sich in der Nähe von infizierten Personen aufgehalten hat. Er kann dann einen Arzt aufsuchen und oder sich in Quarantäne begeben.

Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, soll die Nutzung freiwillig sein. Weder Standort noch Name der Nutzer sollen zentral erfasst werden. Nach heftiger Kritik an dem zunächst geplanten zentralen Speichermodell der Daten hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ende April die Pläne verworfen und die Telekom und den Softwarekonzern SAP mit der Entwicklung einer App auf Basis eines dezentralen Speichermodells beauftragt. Zugleich haben sich beide Konzern verpflichtet, den Quellcode der Software öffentlich zu machen, so dass Experten beurteilen können, ob die Vorgaben auch eingehalten werden.

Zusammenarbeit könnte erschwert werden

Nachdem beide Konzerne bereits erste Daten zur geplanten Softwarearchitektur auf der Entwicklerseite GitHub öffentlich gemacht haben, soll nächsten Montag der erste Code für die Datenverarbeitung veröffentlicht werden. Am 25. Mai, so der Plan, soll dann der eigentliche App-Code folgen. Vertreter der Unternehmen erwarten, dass nun die Diskussion samt Kritik und Verbesserungsvorschlägen Fahrt aufnimmt. Das sei auch so gewünscht, heißt es aus Entwicklerkreisen, schließlich könne man die nötige Akzeptanz nur mit Transparenz erreichen. Mit minimalen Daten die maximale Effizienz zu erreichen, das sei das Ziel.

Parallel zur Entwicklung sollen ebenfalls nächste Woche unter Ägide des Fraunhofer Institutes erste Praxis-Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die App in unterschiedlichen Situationen – etwa in der U-Bahn oder im Restaurant – auch verlässliche Ergebnisse liefert. Experten erwarten durchaus einige „falsch positive“-Meldungen, etwa wenn Handys in Schließfächern miteinander kommunizieren, obwohl sich die Besitzer gar nicht begegnet sind.

Die deutsche Seite bezweifelt, dass sich das von der EU in dieser Woche angemahnte „koordinierte Vorgehen“ bei der Entwicklung landesspezifischer Apps kurzfristig in die Praxis umsetzen lässt, Frankreich etwa präferiert bei seiner Lösung noch immer eine zentrale Speicherung der Daten, das würde die Zusammenarbeit erschweren, heißt es. Apps anderer Staaten würden Standortdaten der Nutzer sammeln, auch das soll es in Deutschland nicht geben. Zwar gebe es zwischen den Entwicklerteams vor allem in den Anrainer-Staaten einen intensiven Austausch, noch aber sei zu viel in Bewegung in der Debatte, um ein abschließendes Urteil zu fällen.

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen EU-Bürger vor einer möglichen Infektion auch dann via App gewarnt werden, wenn sie innerhalb der EU reisen. Der Einsatz solcher Apps muss nach Einschätzung von EU-Justiz-Kommissar Didier Reynders auf die Zeit der Krise beschränkt sein.

Quelle: FAZ.NET
Bernd Freytag  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Bernd Freytag
Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.
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