BVB-Star im Fokus

Dortmund und der Plan mit Erling Haaland

Aktualisiert am 13.08.2020
 - 17:16
Soll den BVB zu Titeln führen: Erling Haaland
Erling Haaland ist für Dortmund ein Versprechen. Nun muss er dem Status als angehender Fußball-Topstar gerecht werden. Die Hoffnung bei der Borussia ist groß. Dabei kommt Haaland sein spezieller Charakter zugute.

Selbst in der zurückliegenden Sommerpause erregte Erling Haaland Aufsehen. Mal war der Torjäger von Borussia Dortmund beim Fischen, mal bei der Kartoffelernte auf dem Traktor und mal beim Holzfällen in den heimischen Wäldern zu sehen. Mit viel geklickten Bildern in den sozialen Netzwerken pflegte der 20-Jährige sein Image als nordischer Naturbursche. „In Norwegen muss du arbeiten, um etwas zu erreichen. Wir haben uns für Weihnachten und den Winter vorbereitet“, kommentierte er Wochen später im Trainingslager des Fußball-Bundesligavereins von Bad Ragaz.

Ein Fußball-Profi, der mit gewachsener Popularität und dickerer Geldbörse die Bodenhaftung verliert, scheint der Dortmunder Torgarant nicht zu sein. Sein Vorsatz klingt glaubwürdig: „Für mich ist es sehr wichtig, derselbe Erling Haaland zu sein wie vor drei Jahren.“ Einfach ist das nicht. Denn mit der Beschaulichkeit vergangener Tage ist es spätestens seit seinem Wechsel zum BVB vorbei. Mittlerweile wird Haaland als eines der größten europäischen Sturmtalente gehandelt. Sein ungewöhnlicher Torjubel in Buddha-Pose im Champions-League-Duell der Borussia mit Paris Saint-Germain ging um die Welt.

In der kommenden Saison will der im vergangenen Winter für 20 Millionen Euro von RB Salzburg verpflichtete Modellathlet ähnlich erfolgreich sein wie in seinen ersten Monaten beim BVB mit beachtlichen 13 Toren in einer Halbserie. Teamkollege Julian Brandt hatte nach der vorigen Saison festgestellt, dass es im verlorenen Meisterschaftsrennen „eine andere Situation gewesen“ wäre, wenn Emre Can und Haaland schon in der Hinrunde für Dortmund aufgelaufen wären.durch

Trotz dieser famosen Bilanz sieht der Torjäger noch reichlich Luft nach oben: „Ich kann mich noch in vielen Bereichen verbessern. Ich kann mehr Tore schießen, ich kann mehr Tore vorbereiten, und ich kann die anderen Spieler auf dem Platz mehr unterstützen.“ Bei jeder Einheit im noblen Schweizer Kurort Bad Ragaz ist er mit vollem Eifer dabei. Dass er beim BVB künftig mit der 9 aufläuft und damit in die großen Fußstapfen solch prominenter Vorgänger wie Robert Lewandowski, Jan Koller oder Stephane Chapuisat tritt, empfindet er nicht als Belastung. Die Frage eines Journalisten, ob er diese Nummer verdiene, beantwortete er in gewohnt schlagfertiger Manier: „Sieht doch gut aus. Oder finden Sie nicht?“

Für einen ehrgeizigen Profi wie ihn sind Wettkämpfe eine Art Lebenselixier. In der Schweiz nutzt er selbst die von allen Profis per Rad zurückgelegte Strecke vom Teamhotel zum Trainingsplatz dazu, sich mit anderen zu messen. Wie ein Radprofi riss er die Hände hoch, als er die imaginäre Ziellinie am Trainingsplatz vor seinem Teamgefährten Lukasz Piszczek überquerte. Und selbst nach der folgenden harten Vormittagseinheit von Trainer Lucien Favre ist sein Lächeln nicht verschwunden. Es scheint, als habe er das Ende der Sommerpause geradezu herbeigesehnt: „Ich bin glücklich, dass ich zurück bin und hart arbeiten kann.“

Quelle: jaeh./dpa
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