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Unfallträchtiger Bergsommer

Mehr Alpintote in Österreich

Von Stephanie Geiger, Innsbruck
 - 16:27
Einsatz im Grenzgebiet: Ein Helikopter auf dem Fellhorn-Grat in Österreich

Die Zahl der Alpinunfälle in Österreich ist in diesem Sommer deutlich gestiegen. Laut dem Österreichischen Kuratorium für alpine Sicherheit verzeichnete die Alpinpolizei zwischen Anfang Mai und Ende September insgesamt 2230 Menschen, die in den Bergen verunglückten. Dabei kamen 162 Personen ums Leben. Im zehnjährigen Mittel liegt die Zahl der Alpintoten bei 143 pro Jahr. Die größte Gruppe der tödlich verunglückten Wanderer kam mit 46 Prozent aus Deutschland, 39 Prozent waren Österreicher. „Es sind immer mehr Menschen ohne ausreichende Erfahrung im Gebirge unterwegs“, sagte Karl Gabl, der Präsident des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit. „Auffällig ist zudem, dass auch bei widrigem Wetter und nicht geeigneten Bedingungen an Tourenzielen festgehalten wird.“

Einen Widerspruch zu den Unfallzahlen des Deutschen Alpenvereins (DAV) wollte Gabl nicht erkennen. Der DAV hatte Ende August für den Zeitraum vom 1.November 2017 bis zum 31.Oktober 2018 bei seinen Mitgliedern einen Tiefstand der Todesfälle vermeldet. „Möglicherweise sind die Mitglieder alpiner Vereine geübter“, sagte Gabl. Dass auch das Kuratorium für alpine Sicherheit für den Sommer 2018 weit weniger Alpintote verzeichnet hatte, deutet darauf hin, dass der vergangene Bergsommer besonders unfallträchtig war.

Erst am Montag war der Fall einer niedersächsischen Seniorenwandergruppe bekanntgeworden, die an der 2058 Meter hohen Kanzelwand im Kleinwalsertal (Vorarlberg) aus akuter Bergnot gerettet wurde. Die vier Deutschen im Alter zwischen 75 und 80 Jahren hatten beim Abstieg offenbar ihre Kräfte überschätzt. Sie waren völlig erschöpft und hatten Knieschmerzen, ein Sechsundsiebzigjähriger hatte sich eine blutende Kopfwunde zugezogen. Die Touristen wurden mit dem Rettungshubschrauber ins Kleinwalsertal geflogen.

Kleidung mit Recco-Responder wird empfohlen

Um in den Bergen im Notfall umgehend Rettungskräfte alarmieren zu können, rät Gabl zur Notfall-App „SOS EU Alp“, die vor kurzem auch von Bayern übernommen wurde. Sie meldet automatisch den genauen Standort der Verunglückten an die Einsatzzentrale. Weil bei etwa drei von zehn tödlich verunglückten Bergsportlern ein Sucheinsatz notwendig war, wird von Bergrettern und Alpinpolizisten zudem das Recco-System empfohlen, das die Suche nach Vermissten erheblich erleichtert. Der Recco-Responder, der mit einem Radar-Detektor aufgespürt werden kann, wird von mittlerweile 200 Herstellern in Bekleidung, Ski- und Snowboardschuhe, Protektoren, Helme und Rucksäcke eingebaut. Entsprechende Reflektoren können seit kurzem auch nachträglich in die Ausrüstung integriert werden.

In Österreich ebenfalls stark gestiegen ist in diesem Sommer die Zahl der Mountainbike-Unfälle. Sie hat laut dem Kuratorium für alpine Sicherheit schon in den vergangenen zehn Jahren merklich zugenommen. In diesem Jahr lag sie fast 40 Prozent über dem Zehn-Jahres-Mittelwert. Seit vergangenen Mai kamen in Österreich zehn Mountainbikefahrer bei der Ausübung ihres Sports ums Leben. „Die steigenden Unfallzahlen dürften die direkte Folge von mehr Mountainbikern sein, die in Österreichs Bergen unterwegs sind“, heißt es beim Kuratorium für alpine Sicherheit.

Quelle: F.A.Z.
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