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FAZ plus ArtikelUrteil gegen Christian B.

Zeugen berichteten von drei weiteren Vergewaltigungen

Von Reinhard Bingener, Sebastian Eder und David Klaubert
Aktualisiert am 16.06.2020
 - 18:02
Tatort am Rand von Europa: In der Nähe der Küste von Praia da Luz an der Algarve beging Christian B. mutmaßlich mehrere Verbrechen.zur Bildergalerie
2019 wurde Christian B. wegen der Vergewaltigung einer 72 Jahre alten Frau in Portugal verurteilt. Das Urteil enthält klare Hinweise darauf, dass er nicht nur einmal, sondern mehrfach nach einem brutalen Muster Frauen vergewaltigt haben könnte.

Das Urteil des Landgerichts Braunschweig gegen Christian B. vom 16. Dezember 2019 ist ein verstörendes Dokument. Der Mann, der inzwischen als neuer Verdächtiger im Vermisstenfall Madeleine McCann gilt, wird darin von den Braunschweiger Richtern der Vergewaltigung einer 72 Jahre alten Amerikanerin im Jahr 2005 schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Das Landgericht bezog in diese Strafe auch ein Urteil des Amtsgerichts Niebüll ein, das Christian B. bereits 2011 wegen Handels mit mehr als zehn Kilogramm Marihuana auf Sylt zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt hatte.

Eigentlich beträgt der Strafrahmen für Drogenhandel in größerem Stil bis zu 15 Jahre. Doch das schleswig-holsteinische Schöffengericht zeigte sich gegenüber Christian B. nachsichtig. Es sei zu erwarten, dass sich der Angeklagte „die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr begehen wird“, hieß es in dem Urteil. Dabei hatte es an gerichtsfesten Warnungen an Christian B. schon damals nicht gemangelt. Zum Zeitpunkt der Verurteilung in Niebüll war der gebürtige Franke bereits wegen Kindesmissbrauchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Urkundenfälschung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie zweifach wegen Diebstahls verurteilt worden. Das Amtsgericht stellte Christian B. dennoch eine „günstige Sozialprognose“ aus, unter anderem weil „Ansätze für eine weitere berufliche Festigung des Angeklagten“ zu erkennen seien.

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Quelle: F.A.Z.
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