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Arbeitszeiten

Immer weniger Menschen arbeiten am Wochenende

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Die ganze Republik diskutiert gerade über flexible Arbeitszeiten: Andrea Nahles hat ihr „Weißbuch Arbeiten 4.0“ vorgestellt und will das Ende des Acht-Stunden-Tages einläuten - zumindest ein bisschen. Gefühlt verschiebt sich schon jetzt die Arbeit hinein in die Zeit nach Feierabend und ins Wochenende. Aber wie viele Deutsche arbeiten eigentlich am Samstag und am Sonntag?

Auf diese Frage hat nun das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW eine überraschende Antwort gegeben: Immer weniger Beschäftigte. Nur in einzelnen Branchen habe die Wochenendarbeit zugenommen, insgesamt ist sie rückläufig, schreibt das Institut unter Berufung auf Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP); das ist eine Langzeitstudie mit derzeit etwa 30.000 Befragten in etwa 15.000 Haushalten.

In der Summe habe sich der Personaleinsatz wieder weg vom Wochenende und hin zu den üblichen Werktagen verschoben, schreibt das DIW. Dies sei etwa auf Baustellen der Fall, im Bereich Verkehr, in der Informations- und Kommunikationsbranche und zum Teil auch in der Industrie. „Obwohl man diesen Eindruck haben kann, ist es insgesamt nicht so, dass Arbeitskräfte zunehmend gezwungen sind, am Wochenende zu arbeiten“, erläutert Studienautor Karl Brenke.

Selbständige, Junge, Ostdeutsche

Im Jahr 2015 arbeiteten fast 45 Prozent aller Erwerbstätigen oder 19,3 Millionen Menschen regelmäßig oder gelegentlich am Samstag. Vier Jahre zuvor waren es noch 600.000 Beschäftigte mehr. Auch die Zahl der Sonntagsarbeiter hat in diesem Zeitraum um rund eine halbe Million Beschäftigte abgenommen. Besonders verbreitet ist die Wochenendarbeit heutzutage noch in der Gastronomie und im Gesundheitswesen.

Die Personengruppen, die vor allem am Samstag arbeiten unterscheiden sich stark von denen, die häufig am Sonntag tätig sind: Am Samstag sind viele Menschen mit einfachen Helfertätigkeiten beschäftigt, dazu zählt zum Beispiel, im Einzelhandel Regale einzuräumen. Am Sonntag arbeiten dagegen überdurchschnittlich viele Hochqualifizierte; Studienautor Brenke nannte das Beispiel von Lehrern, die Klausuren korrigieren.

Insgesamt ist die Wochenendarbeit in Ostdeutschland verbreiteter als in Westdeutschland. Selbständige sind besonders häufig betroffen und jüngere Menschen öfter als ältere Beschäftigte.

Quelle: nab.
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