<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Unternehmensberater

Boston Consulting Group stellt 500 neue Mitarbeiter ein

Von Tillmann Neuscheler
 - 13:30

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) ist im vergangenen Jahr abermals stark gewachsen. Der globale Umsatz stieg um 11 Prozent von 5,6 auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Damit ist die Beratung das vierte Jahr in Folge zweistellig gewachsen. Das macht sich auch in der Zahl der Mitarbeiter rund um die Welt bemerkbar, sie stieg innerhalb eines Jahres von 14 000 auf 16 000 Mitarbeiter. „Wir haben unser Ziel klar übertroffen“, sagt BCG-Deutschland-Chef Carsten Kratz im Gespräch mit der F.A.Z., das Deutschland-Geschäft habe entscheidend zum Wachstum beigetragen.

Genaue Geschäftszahlen für den deutschen Markt veröffentlicht das Beratungshaus zwar seit vier Jahren nicht mehr, hochgerechnet mit den veröffentlichten Wachstumszahlen dürfte der jährliche Umsatz in Deutschland mittlerweile bei schätzungsweise knapp 830 Millionen Euro (Vorjahr 730 Millionen) liegen. In Deutschland hat BCG im vergangenen Jahr mehr als 500 neue Mitarbeiter eingestellt, davon etwa 370 Berater. In diesem Jahr plant die Unternehmensberatung in derselben Größenordnung. In der Beraterbranche ist allerdings traditionell eine hohe Fluktuation üblich, so dass rund die Hälfte der Neueinstellungen nötig sein dürfte, um schon vorhandene Stellen neu zu besetzen, die andere Hälfte dürfte echtes Wachstum sein.

Angetrieben wird das Geschäft seit Jahren vor allem von der Digitalisierung, die viele Manager verunsichert und nach Hilfe von Beratern rufen lässt. Die Boston Consulting will ihre Angebotspalette jetzt ausweiten: Im Frühjahr soll das erste Büro des amerikanischen Tochterunternehmens Brighthouse in Berlin eröffnen. Das Beratungshaus, das vor drei Jahren von BCG übernommen wurde, ist darauf spezialisiert, Unternehmen bei der Sinnsuche zu helfen. Mitarbeiter und Manager eines Unternehmens brauchten gerade in Umbruchsphasen eine Antwort auf die Frage „Warum gibt es unser Unternehmen?“. Jeder Mitarbeiter wolle wissen, wofür sein Unternehmen gut ist, sagt Kratz. Die Frage sei in vielen Unternehmen jahrelang relativ einfach zu beantworten gewesen, aber „im Zuge der Digitalisierung ist die Antwort oft schlagartig nicht mehr trivial“. Studien hätten gezeigt, dass Unternehmen, die die Sinnfrage klar beantworten könnten, leistungsfähiger seien. Neudeutsch nennt sich das neue Beratungsfeld „Purpose-Beratung“.

„Die Hälfte aller Daten ist erst im vergangenen Jahr entstanden“

Kratz sieht in der Datenökonomie insgesamt sehr große Chancen für die deutsche Industrie und will sich von düsteren Prognosen über hohe Arbeitsplatzverluste scharf abgrenzen. Zwar hätten die deutschen Unternehmen nicht so große Schätze an Verbraucherdaten wie die großen amerikanischen Internetunternehmen, dafür „sind die deutschen Unternehmen besonders gut aufgestellt, wenn es um Maschinendaten geht“, sagt Kratz. Die Nutzung von Maschinendaten stehe gerade erst am Anfang. „Die Hälfte aller vorhandenen Daten ist erst im vergangenen Jahr entstanden“, sagt Kratz: „Von allen nun vorhandenen Daten ist noch nicht einmal ein Prozent ausgewertet“. Das zeige, welches Potential vorhanden sei. Deutschland sei Weltmarktführer im Maschinenbau: „Wenn es gelingt, auf den Maschinenbau datenbasierte Geschäftsmodelle draufzusetzen, hat die deutsche Industrie eine große Zukunft.“

Sorgen bereitet Kratz der Streit um Strafzölle mit den Vereinigten Staaten, der sich allmählich hochzuschaukeln scheint. „Abschottung ist kein Erfolgsrezept“, sagt der Berater, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht bei Gegenmaßnahmen: „Wir dürfen das nicht eskalieren lassen.“

Quelle: F.A.Z.
Tillmann Neuscheler
Redakteur in der Wirtschaft.
Twitter
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenBCGDeutschlandBoston