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FAZ plus ArtikelAlkohol am Arbeitsplatz

Mein Kollege trinkt, was soll ich tun?

Von Ursula Kals
 - 08:54

Hätte es Ihnen damals geholfen, wenn Kollegen Sie darauf angesprochen hätten, als Sie zu oft getrunken haben? „Eine gute Frage, schwierig zu beantworten“, sagt Natalie und denkt laut darüber nach. „Man möchte das nicht hören, meidet Leute, die unaufgefordert Kommentare abgeben. Ja, möglicherweise hätte mir das geholfen. Habe ich einen guten Draht zu jemandem, kann ich das in einem Zweiergespräch machen, wenn ich mit einer Lösung komme“, sagt die Halbamerikanerin. Sie selbst hilft mittlerweile bei solchen Lösungen. Denn die 43-Jährige, deren Stimme so viel jünger klingt, hat ihre Sucht im Griff, sie engagiert sich bei den Anonymen Alkoholikern (AA) in Berlin.

Dreimal in der Woche besucht sie die Treffen der vor 80 Jahren in den Vereinigten Staaten gegründeten Selbsthilfeorganisation; weniger, um sich zu stabilisieren, eher, um anderen zu helfen. Allein ihre Präsenz als Vorbild hat Einfluss darauf, den anderen den langen Weg aus der Sucht zu weisen. Ein schmerzhafter Weg, der lebenslang herausfordernd ist. Fünf Prozent aller Beschäftigten gelten als alkoholabhängig, weitere zehn Prozent als stark gefährdet. Die eloquente Fernsehredakteurin umreißt ihre Leidensgeschichte: Mit 16 ist sie in der Technoszene unterwegs, „im Underground“, wo kiffen und kreativ sein verschmelzen. Hin und wieder trinkt sie exzessiv, hat mit 20 Jahren „den ersten Aufschlag“, ringt mit Depressionen, geht in eine Klinik. Sieben Jahre ist die Veranstaltungsmanagerin trocken, lebt äußerlich in einer harmonischen Beziehung mit einem erfolgreichen Mann, aber dem verstörenden Gefühl, nicht dazuzugehören. „Wir Alkoholiker kommen mit dem Leben nicht zurecht, können das Leben mit all seinen Bedingungen nicht annehmen.“ Das sei unabhängig von äußerem Erfolg.

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Quelle: F.A.Z.
Ursula Kals
Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.
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