FAZ plus Artikel„Diva of Divorce“ über Brexit

„London ist wie eine Ehefrau, die sich nicht sicher ist“

Von Natalia Warkentin
Aktualisiert am 18.03.2019
 - 06:48
Szene eines Streits zwischen Steve Bray, Aktivist der „Remainer“, und einem „Leaver“ vor dem britischen Parlament im Januar
Ayesha Vardag gilt als eine der meist gefragten Scheidungsanwältinnen Großbritanniens. Im Interview plädiert sie dafür, dass nicht nur Premierministerin May aufhören soll, sich lächerlich zu machen und sie verrät, was die EU tun könnte, um die zerrüttete Ehe mit Großbritannien noch zu kitten.

Frau Vardag, Sie sind die teuerste Scheidungsanwältin Großbritanniens, gelten als die „Diva of Divorce“ und sind somit Expertin für schwierige Beziehungen. Was passiert da gerade in Ihrem Land?

Die Ereignisse der vergangenen Woche ähneln sehr den einzelnen Phasen während einer Scheidung. Wenn sich zwei Parteien nicht mehr lieben und sich dazu entscheiden, ihre Ehe zu beenden, sind sie sich dessen häufig noch nicht zu hundert Prozent sicher, weil es oftmals immer noch Dinge gibt, die sie an dem anderen lieben. Sobald sie dann aber die Entscheidung treffen – wir denken mal an das Referendum 2016 – kommen Zweifel auf, und sie fragen sich: „Habe ich das Richtige getan?“, „Werde ich den Kürzeren ziehen?“, „Werde ich neue, aufregende Partner finden?“, und „Werden diese gut zu mir sein?“ Die Scheidung zwischen Großbritannien und der EU wird von einem Haufen inkompetenter Politiker, die sich wie schlechte Scheidungsanwälte verhalten, abgewickelt. Andererseits ist London wie eine Ehefrau, die sich nicht ganz sicher ist, ob sie ihren Mann verlassen will. Alle wollen einen guten Deal, den sie aber bisher nicht bekommen haben. Da kommt Panik auf.

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Quelle: F.A.S.
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