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Kummer mit dem Elternhaus, Ärger für Trump

Von Carsten Knop
Aktualisiert am 27.11.2020
 - 11:46
Emotionale und zeitliche Herausforderung: das Elternhaus als Abwicklungsfall.
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heute muss ich in meine Heimat fahren, das alte, inzwischen verlassene Haus meiner Eltern verkaufen. Ein Stück, das meine Kollegin Birgit Ochs vor ein paar Tagen über die Schwierigkeiten von Kindern mit der Abwicklung des Nachlasses ihrer Eltern geschrieben hat, wird mich auf dem Weg in Gedanken begleiten. Gewiss, es ist inzwischen viel erledigt; aber die Antwort auf die Frage, was mit dem Elternhaus geschehen soll, hat uns daheim – ebenso wie viele andere Menschen in vergleichbaren Situationen – vor einige Schwierigkeiten gestellt: In der verwaisten Immobilie stehen noch die Möbel der Eltern, in den Schubladen liegt das Besteck, mit dem sie gegessen haben, Kleider füllen die Schränke, und an den Wänden hängen ihre Bilder. Will man das alles einfach an- und wegpacken? Eigentlich nicht. Aber was tun? Was ist noch wie viel wert? Allein die Masse überwältigt. Doch nicht nur sie: „Das Elternhaus auf- und auszuräumen konfrontiert uns mit dem Verlust, egal ob das Verhältnis zu den Eltern gut oder schlecht war“, sagt Hansjörg Znoj. Die Kollegin hat mit ihm noch einiges mehr besprochen und zu dem Thema ein einfühlsames und lehrreiches Stück geschrieben. Doch lesen Sie selbst.

„Ich könnte in der Mitte der Fifth Avenue stehen und auf jemanden schießen und würde keine Wähler verlieren, okay?“ Diesen denkwürdigen Satz gab Donald Trump 2016 von sich, bevor er zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde. Er brachte auf drastische Weise auf den Punkt, wie all die Ungeheuerlichkeiten, die er sich leistet und die wohl für die meisten anderen Politiker das Karriereende bedeuten würden, an ihm abzuprallen scheinen. Vor rund einem Jahr wurde das Szenario eines solchen Verbrechens in einem New Yorker Gerichtssaal durchgespielt. Es ging dabei nicht um die Frage, ob Trumps hypothetischer Schuss Wählerstimmen kosten würde, sondern um etwaige juristische Konsequenzen. Und Trumps Anwalt argumentierte: Solange sein Mandant Präsident sei, genieße er vollständige Immunität. Dieses Immunitätsargument haben Trumps Vertreter vor Gericht in den vergangenen Jahren wieder und wieder geltend gemacht, doch der „Immunitäts“-Schutzschild wird nun vermutlich bald wegfallen. Aller Voraussicht nach wird Trump vom 20. Januar 2021 an nicht mehr Präsident sein. Bundesbehörden haben dann freie Bahn, gegen ihn vorzugehen, und auch in allen anderen Rechtsfällen kann er nicht mehr mit vermeintlicher Immunität argumentieren. Eine wesentliche Frage wird sein, wie viel politischen Willen Biden und seine Regierung für eine juristische Verfolgung seines Vorgängers haben werden. Roland Lindner, unser Korrespondent in News York, versucht Antworten auf diese Frage zu finden – und beschreibt, was Trump überhaupt noch gefährlich werden könnte.

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Es ist eine bleierne Zeit, dieses Corona-Jahr 2020. Social Distancing lautet das Gebot der Stunde, also Sicherheitsabstand halten und unnötige Kontakte vermeiden. Was dem Ganzen auch zum Opfer fällt, ist das gemeinsame Trinken. So naheliegend der Wunsch, sich die Pandemie zusammen erträglich zu trinken, so weit entfernt die Hoffnung auf das nächste Bier mit Freunden und Kollegen. Und dann heißt es auch noch, viele Kneipen dürften die Pandemie nicht überleben. Maja Brankovic, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hat sich gefragt, ob das denn schlimm wäre? Kann man nicht auch anderswo gesellig trinken? Die kurze Antwort darauf lautet: Es wäre fatal, steht doch viel mehr auf dem Spiel als der nächste Suff. Der Düsseldorfer Ökonom Justus Haucap formuliert es so: „Die Leute gehen nicht in die Kneipe, um ihren Durst zu löschen. Es geht ihnen um den Austausch.“ In den Kneipen, sagt er, entstehe eine Art „Sozialkapital“. Da ist was dran, oder?

Suchen Sie sich also eine Ersatzbeschäftigung, besuchen Sie, soweit es noch möglich ist, Ihre Eltern, reden Sie über die erfreulicheren Dinge, vielleicht sogar über Amerika im Jahr 2021, trinken Sie ein Bier. Ein schönes Wochenende, und wenn Sie Fragen oder Anregungen zu Ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett haben, schreiben Sie mir an c.knop@faz.de.

Ihr Carsten Knop

Herausgeber
Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Quelle: FAZ.NET
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