FAZ plus ArtikelZukunft der Mobilität

Verkehrsmaschine Berlin

Von Hans Stimmann
29.07.2019
, 06:46
Eine Stadt, die nie für Autos geplant war: Verkehr auf der Berliner Friedrichstraße.
In der Bundeshauptstadt tobt ein Kulturkampf über die Gestaltung zukünftiger Mobilität. Fußgänger und Radfahrer sollen Vorfahrt haben. Was passiert mit dem Autoverkehr?

Angesichts rasant steigender Mieten fragen sich betroffene Bürger immer häufiger „Wem gehört eigentlich die Stadt – den Mietern oder den privaten Hauseigentümern?“ Diese Frage übertönt den gleichzeitig ausgetragenen Straßenkampf zwischen verschiedenen Nutzern der Straßen und Plätze. Dabei geht es nicht um Eigentumsfragen, denn städtische Straßen und Plätze sind öffentliches Eigentum und ihre Nutzung ist mit Ausnahme des Parkens kostenfrei. Gerungen wird „nur“ darum, wie die Nutzung aufgeteilt werden soll und wie Straßen und Plätze gestaltet werden sollen.

Unter dem Leitbild der „autogerechten Stadt“ hat sich trotz der zunächst vergleichsweise bescheidenen Automobilisierung in den fünfziger und sechziger Jahren der Anteil öffentlicher Verkehrsflächen an der gesamten Flächennutzung im Verhältnis zu Wohnen, Erholung, Gewerbe, Industrie drastisch erhöht. Seit den neunziger Jahren hat man sich vom Leitbild der funktionsgetrennten Stadtlandschaft mit breiten Straßen, Kreisverkehrsanlagen, Straßentunneln, Hochstraßen und extra gebauten Parkplätzen im Straßenraum verabschiedet. Seither stellt sich Politikern und Planern die Frage, für welche Art der Nutzung sie die bereits vorhandenen Straßenflächen zur Verfügung stellen sollen.

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Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1941, ist Städteplaner und Architekt. In den neunziger Jahren war er Berliner Stadtbaudirektor, später Staatssekretär für Planung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie.

Quelle: F.A.Z.
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