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Berlinale-Preise

Goldener Bär geht nach Iran

Aktualisiert am 29.02.2020
 - 20:19
Großer Jubel: Mitwirkende des iranischen Gewinnerfilms „Es gibt kein Böses“ mit ihrem Goldenen Bären.
Mohammed Rassulof überzeugt mit einem Episodenfilm, die Amerikanerin Eliza Hittman erhält den Großen Preis der Jury, die deutsche Schauspielerin Paula Beer wird ausgezeichnet und Kameramann Jürgen Jürges bekommt einen silbernen Bären.

„Es gibt kein Böses“ heißt der Episodenfilm des iranischen Regisseurs Mohammed Rassulof, der den Goldenen Bären der 70. Berlinale gewinnt. Diese Entscheidung gab die Internationale Jury unter der Leitung des Briten Jeremy Irons am Samstagabend bei einer Gala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz bekannt. Rassulof erzählt in „Es gibt kein Böses“ vier Kurzgeschichten, die sich mit der Todesstrafe im Land beschäftigen.

Der Film „Never Rarely Sometimes Always“ der Amerikanerin Eliza Hittman hat bei der Berlinale den Großen Preis der Jury gewonnen. In ihrem Film erzählt Hittman von einer ungewollten Schwangerschaft. Eine 17-Jährige macht sich mit ihrer Freundin auf nach New York, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Die deutsche Schauspielerin Paula Beer, Fernsehzuschauern vor allem durch ihre Hauptrolle in „Bad Banks“ bekannt, ist auf der Berlinale mit einem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Preis für ihre Rolle in Christian Petzolds Film „Undine“. In dem Liebesfilm mit Franz Rogowski spielt sie eine Historikerin, die Touristen architektonische Stadtmodelle erklärt. Mit Petzold hat die 25-Jährige auch schon das Drama „Transit“ gedreht.

Den silbernen Bären für den besten Darsteller erhielt der italienische Schauspieler Elio Germano für seine Rolle im Künstlerdrama „Hidden Away“ („Volevo nascondermi“). In dem Film spielt er einen Maler, der lange als Ausgestoßener lebte. Germano war auch noch in einem zweiten Wettbewerbsfilm zu sehen – als brutaler Familienvater in „Favolacce“. Bereits 2008 gehörte er zu den Shooting Stars der Berlinale.

Die italienischen Filmemacher Fabio und Damiano D'Innocenzo bekommen den Silbernen Bären für das beste Drehbuch. Die Geschwister wurden am Samstagabend in Berlin für ihren Film „Bad Tales“ („Favolacce“) ausgezeichnet, ein beklemmendes Drama über mehrere Familien in einem Vorort.

Die französische Komödie „Delete History“ („Effacer l'historique“) ist mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Die Regisseure Benoît Delépine und Gustave Kervern erzählen von drei Menschen, die gegen die Allmacht des Internets und den Konsumterror kämpfen.

Einen Silbernen Bären für die beste Regie erhielt der Südkoreaner Hong Sangsoo. „Die Frau, die rannte“ („Domangchin yeoja“) handelt von einer Frau, die nach Jahren erstmals wieder etwas ohne ihren Mann unternimmt und frühere Freundinnen trifft.

Die Jury hat außerdem den deutschen Kameramann Jürgen Jürges mit einem Silbernen Bären für eine „herausragende künstlerische Leistung“ ausgezeichnet. Geehrt wurde der 79-Jährige für seine Arbeit an dem umstrittenen Experimentalfilm „DAU. Natasha“ der russischen Regisseure Ilja Chrschanowski und Jekaterina Oertel. Jürges hat in der Vergangenheit unter anderem mit Wim Wenders und Rainer Werner Fassbinder gedreht.

Quelle: dpa/FAZ.NET
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