Der Sommer ist da!

15. Juli 2022 · Ob wir dieses Jahr wegfahren oder zu Hause bleiben – Bücher lesen, Musik hören und Filme anschauen werden wir auf jeden Fall. Dazu ein paar Empfehlungen.

Das Buch für Zuhause

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Hans Neuenfels: „Fast nackt. Letzte Texte“.
Mit einem Nachruf von Elke Heidenreich.
Eisele, 24 Euro.
Vorläufiges, Selbstreferenzielles, Liebevoll-Ironisches und gnadenlose Wahrheiten – heiter, wenn auch tödlich: ein brillant inszenierter Abschied. Miss you.
Julia Encke
Julia Encke
Serhij Zhadan: „Internat“.
Suhrkamp, 22 Euro.
Es ist der erste Kriegsroman des ukrainischen Schriftstellers, der jetzt den Friedenspreis bekommen wird. Seit Monaten schreibt er fast täglich Tweets aus Charkiw. Mit der Übersetzungsapp lese ich sie mit.


Das Buch für den Strand

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Volker Hagedorn: „Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918“.
Rowohlt, 32 Euro.
Schon zum dritten Mal wird eine Musikzeitenwende besichtigt durch diese einzigartig scharfe Hagedorn-Brille: halb Roman, halb Glosse. Liest sich weg wie von selbst.
Julia Encke
Julia Encke
Helene Hegemann: „Schlachtensee. Stories“.
Kiepenheuer & Witsch, 23 Euro.
Es geht um den verschleierten Blick von Surfprofis, um aufständische Körper bis hin zu einem Iron- Maiden-Konzert in Sarajewo. Das Beste daran sind Hegemanns Beobachtungsgabe und der unnachahmliche Sound.


Das Sachbuch

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Heinrich Vogeler: „Schriften“.
Hrsg. von Walter Fähnders und Helga Karrenbrock.
Aisthesis, 25 Euro.
Vogeler war, wie sich hier erweist, auch ein toller Autor. Wichtig zu lesen, heute: die Reportagen aus entlegenen frühen Sowjetrepubliken, auf der Suche nach dem neuen Menschen.
Julia Encke
Julia Encke
Timothy Snyder: „Bloodlands – Europa zwischen Hitler und Stalin“.
C. H. Beck, 34 Euro (erscheint am 14. Juli mit einem neuen Nachwort).
Snyder gehört zu den wichtigsten Stimmen in der Einschätzung des Angriffskriegs auf die Ukraine. Wer sein Buch kennt, weiß warum.


Musik für Zuhause

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Reinhard Goebel: „Musica Antiqua Köln: Complete Recordings on Archiv Produktion“ (75 CDs, Archiv/Universal).
Verschrien, aber auch geliebt als „Ajatolla“ der Barockszene, öffnete Goebel die Tür für das Neue im Alten: von Bach bis Biber, von Haydn bis Heinichen, von Vivaldi bis Vierdanck.
Julia Encke
Julia Encke
Jochen Distelmeyer: „Gefühlte Wahrheiten“ (Four).
Hätte mir noch vor Kurzem nicht vorstellen können, allen Ernstes jetzt wieder Jochen Distelmeyer gut zu finden. Aber wer kann schon „Im Fieber“ widerstehen?


Musik für unterwegs

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Wolfgang Rihm: „grat/edge“. Fünf Werke für und mit Violoncello. Mit Friedrich Gauwerky, Florian Uhlig u. a. (Naxos).
Das persönliche Geschenk eines Cellistenfreundes, zum siebzigsten Geburtstag: zwei Streichtrios, drei Ersteinspielungen – freie Klangreden eines Nichtangepassten.
Julia Encke
Julia Encke
Nicht nur wegen der Glitzeranzüge und des Mantels in Coachella: Harry Styles: „Harry’s House“ (Columbia).



Bewegte Bilder für einen Regentag

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Richard Wagner: „Der Fliegende Holländer“. Bayreuther Festspiele 2021 (DG/Universal).
Senta überlebt, erstmals. Am Ende brennt die Welt. Eine atemraubende Produktion, inszeniert vom russischen Theatermacher Dmitri Tscherniakov, dirigiert von der Ukrainerin Oksana Lyniv.
Julia Encke
Julia Encke
„Liebe und Anarchie“ (Netflix).
Es gibt jetzt die zweite Staffel von der sehr lustigen und schrägen schwedischen Serie über den Literaturbetrieb mit Ida Engvoll. Leider ist das allermeiste im deutschen Literaturbetrieb irgendwie so nicht vorstellbar.
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