FAZ plus ArtikelLyrikerin Monika Rinck

Wo Tapire höflichst zur Paarung schreiten

Von Christian Metz
31.03.2019
, 19:35
Wo fängt man bei dieser Schriftstellerin an? Monika Rinck ist die Ausnahmeerscheinung der deutschsprachigen Lyrik – und auch noch eine hervorragende Essayistin.

Ein Glücksfall! Das steht zuerst für ein Qualitätsurteil. Es hat sich ja herumgesprochen, dass sich seit etwa zu Beginn des neuen Jahrhunderts Außergewöhnliches in der deutschsprachigen Lyrik tut. Das liegt zum einen daran, dass zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs tatsächlich alle Generationen von Autoren an einem gemeinsamen Lyrikdiskurs teilhaben. Das hat zum anderen seinen Grund darin, dass die Lyrik gegenwärtig von einer Reihe von Ausnahmekönnern getragen wird und damit einen Qualitätssprung erfahren hat.

Monika Rinck wird spätestens seit der Publikation ihres Essays „Ah, Das Love Ding“ 2006 als Ausnahmekönnerin unter den Ausnahmekönnern gehandelt. Bester Gradmesser für den Glücksfall Rinck ist einfach die Lektüre ihrer Arbeiten. Bei Rinck stellt sich da aber die Frage: Wo fängt man an? Denn sie ist gleichermaßen hervorragende Dichterin wie Essayistin. Wobei ein Charakteristikum von Rincks Arbeiten ist, dass ihre Essayistik poetisch durchwirkt, während ihre Poesie hochgradig theoretisch versiert daherkommt. Eigentlich muss man Rincks Arbeiten im ständigen Wechsel zwischen Theorie und Poesie lesen.

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Der Text ist eine gekürzte Fassung der Einführung des Verfassers zur diesjährigen Lichtenberg-Poetikvorlesung durch Monika Rinck in Göttingen. Jüngst erschien von Rinck das Lesebuch „Champagner für die Pferde“ (S. Fischer Verlag).

Quelle: F.A.Z.
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