Roman „Shuggie Bain“

Douglas Stuart gewinnt Booker-Literaturpreis

Aktualisiert am 20.11.2020
 - 10:09
Booker-Preis digital: Douglas Stuart wird für sein Romandebüt „Shuggie Bain“ ausgezeichnet, in dem er seine Jugend im Glasgow der achtziger Jahre verarbeitet.
Der Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an Douglas Stuart. Sein autobiographisch eingefärbter Roman „Shuggie Bain“ erzählt die Geschichte eines Jungen, der eine alkoholkranke Mutter hat.

Der gebürtige Schotte Douglas Stuart ist für seinen Debütroman „Shuggie Bain“ mit dem britischen Booker-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Die Geschichte basiert auf der Kindheit des Autors und spielt im Glasgow der achtziger Jahre. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der eine verarmte, alkoholabhängige Mutter hat.

Der Roman sei „gewagt, erschreckend und lebensverändernd“, sagte die Jury-Vorsitzende Margaret Busby am Donnerstagabend bei der Online-Zeremonie in London. Nach der Bekanntgabe hob Stuart hervor: „Meine Mutter ist in jeder Seite dieses Buches und ohne sie wären ich und das Buch nicht hier.“ Sie starb an Alkoholsucht, als er sechzehn war. Er habe immer ein Autor werden wollen, sagte der 44-jährige Stuart bei der Zeremonie. Vor zwanzig Jahren zog er in die Vereinigten Staaten und arbeitet dort in der Modebranche.

So divers wie noch nie

Der Booker-Literaturpreis ist mit 50.000 Pfund (knapp 56.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen. In diesem Jahr gehörten zu den sechs Autoren in der engeren Auswahl gleich vier junge Frauen. Die britische Zeitung „The Guardian“ hatte die Shortlist als so divers wie noch nie zuvor bezeichnet, da vier der Nominierten Schwarze sind. Mehrere von ihnen stammen aus den Vereinigten Staaten, haben aber sehr verschiedene Wurzeln.

Im vergangenen Jahr war der Booker-Literaturpreis ausnahmsweise gleich an zwei Autorinnen gegangen. Ausgezeichnet wurden die Britin Bernardine Evaristo und die Kanadierin Margaret Atwood. Evaristo erhielt den Preis für ihr Buch „Girl, Woman, Other“, Atwood für den Roman „The Testaments“. Eigentlich verbieten die Regeln seit etwa 25 Jahren, den wichtigsten britischen Literaturpreis zu teilen. Die Jury konnte sich aber nicht auf eines der beiden Werke einigen.

Lange Zeit hieß die Auszeichnung „Man Booker Prize“. Im Januar 2019 gab das Investment-Unternehmen Man Group jedoch seinen Rückzug als Sponsor bekannt. Der Preis wird seit 1969 vergeben und war bis 2013 Autoren aus dem britischen Commonwealth und Irland vorbehalten, deren Romane in Großbritannien veröffentlicht wurden. Seit 2014 sind auch Autoren aus anderen englischsprachigen Ländern zugelassen.

Quelle: dpa
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