FAZ plus ArtikelJames Joyce und Irland

Wie wir gelernt haben, den „Ulysses“ zu lieben

Von Derek Scally
02.02.2022
, 06:33
„Bloomsday“ in Dublin: James-Joyce-Lookalike John Shevlin beobachtet eine Aufführung des „Hades“-Kapitels auf dem Glasnevin Cemetery.
Im Jahr des hundertsten Jubiläums von „Ulysses“ ist die Begeisterung in der Heimat des Schriftstellers riesig. Doch was hat sich gegenüber der früheren Ablehnung geändert? Ein Gastbeitrag.
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An einem Nachmittag im vergangenen September stehe ich mit Colm Tóibín auf dem Zürcher Friedhof Fluntern. Der Herbst kündigt sich an, die rotgoldenen Blätter der japanischen Ahornbäume ra­scheln leise, ebenso wie die dünnen Blätter der russischen Ausgabe von „Ulysses“, die wir dort am Grab von James Joyce entdecken. Tóibín, Irlands größter literarischer Export der Gegenwart, steht in ehrfürchtigem Schweigen vor der letzten Ru­hestätte des unangefochtenen Literatur­genies seines Heimatlandes.

Damals begleitete ich Colm Tóibín auf der Tournee zu seinem biographischen Roman über Thomas Mann, „Der Zauberer“, nach Zürich. Beide, Thomas Mann und James Joyce, sind hier bestattet. Kaum dort angekommen, wollte Tóibín un­be­dingt Joyces Grab besuchen. Dort frage ich ihn, ob Thomas Mann – dessen Grab wir als Nächstes besuchen wollten – „Ulysses“ jemals gelesen hat. „Mann hat ‚Ulysses‘ durchaus gelesen“, lacht Colm, „just not personally.“

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