Krimibestenliste im Mai

Nur Mord oder Ordnung

03.05.2020
, 11:34
Die besten Krimis des Monats
Young-Ha Kim behauptet die Spitze, dazu kommen sechs Neuzugänge: Die Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis.

1.

Young-Ha Kim – Aufzeichnungen eines Serienmörders
Plazierung im Vormonat: 1

Südkorea. Vor 25 Jahren hat Byongsun Kim zuletzt gemordet. Jetzt zerfrisst Alzheimer den Verstand des Serienmörders. Gefahr! Ein Killer bedroht seine Tochter. Diesen Rivalen muss er noch töten, auch wenn ihm die Kontrolle entgleitet. Lakonisch, lebensweise, ein Meisterwerk des schwarzen Humors.
Aus dem Koreanischen von Inwon Park. Cass, 152 Seiten, 20 Euro.

2.

Michael Connelly – Late Show
Plazierung im Vormonat:

Los Angeles. Sexualisierte Gewalt im LAPD, überall. Detective Renée Ballard zeigte einen Lieutenant wegen sexueller Belästigung an und landete in der Nachtschicht (Polizeijargon: „Late Show“). Sie lässt sich nicht unterkriegen, ermittelt gegen den Strom: Connellys neue Serienheldin legt clever los.
Aus dem Englischen von Sepp Leeb. Kampa, 432 Seiten, 19,90 Euro.

3.

Lisa Sandlin – Family Business
Plazierung im Vormonat: 3

Beaumont, Texas 1973. Delpha, nach 14 Jahren Gefängnis frei auf Bewährung, „entwickelt sich weiter“. Ein dorniger Weg, doch die Sekretärin von „Phelan Investigations“ ist tapfer, menschenfreundlich und schlau. In Notwehr tötet sie einen Serienmörder, dann klärt sie einen tödlichen Bruderzwist auf.
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Suhrkamp, 358 Seiten, 10 Euro.

4.

Sara Paretsky – Altlasten
Plazierung im Vormonat:

Lawrence, Kansas. Vic Warshawski soll eigentlich nur nachschauen, wo ein Jungfilmer und eine alte Schauspielerin geblieben sind. Am Ort ihres Verschwindens stolpert Vic über Leichen, fightet mit Sheriff und Army, Showdown im Raketensilo. Nicht nur Lee Child ist entzückt.
Aus dem Englischen von Laudan und Szelinski. Ariadne im Argument Verlag, 544 Seiten, 24 Euro.

5.

Cai Jun – Rachegeist
Plazierung im Vormonat: –

1995 wird Lehrer Shen Ming ermordet. 2004 hat seine ruhelose Seele den Grundschüler Si Wang übernommen und startet den Rachefeldzug. Ungehemmt, phantastisch, chaotisch unterminieren Cai Juns Getriebene die konfuzianisch-kommunistische Harmoniedecke: In diesem Roman gibt es nur Mord oder Ordnung.
Aus dem von Chinesischen von Eva Schestag. Piper, 512 Seiten, 16 Euro.

6.

Jan Costin Wagner – Sommer bei Nacht
Plazierung im Vormonat: 2

Wiesbaden, Innsbruck. Der kleine Jannis ist weg, der kleine Dawit auch. Entführt von Marko, hinter dem noch einer steckt. Das wissen die Ermittler lange nicht, die haben eigene Probleme. Einsam ist der eine, pädophil der andere. Mit dabei: ein Teddybär, ein Campingplatz, viel Angst, viel Schuld.
Galiani, 314 Seiten, 20 Euro.

7.

Jérôme Leroy – Der Schutzengel
Plazierung im Vormonat: 5

Frankreich. Seit 20 Jahren beschützt der Auftragsmörder Berthet Kardiatou Diop, eine schwarze Schönheit, aus dem Slum aufgestiegen zur Staatssekretärin. Diese Loyalität stört die Umsturzpläne seiner geheimen Auftraggeber, er soll sterben. Rasanter Politthriller, stylish, komplex, maskulin romantisch.
Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Edition Nautilus, 352 Seiten, 20 Euro.

8.

Angie Kim – Miracle Creek
Plazierung im Vormonat:

„Miracle Creek“, Virginia. Beim Brand einer Druckkammer für Sauerstofftherapie, betrieben von einer koreanischen Migrantenfamilie, sterben zwei Menschen, vier werden schwer verletzt. Gerichtsdrama, Einwanderungsroman, Milieustudie über Mütter behinderter Kinder. Kluges, wendungsreiches Debüt.
Aus dem Englischen von Marieke Heimburger. Hanserblau, 510 Seiten, 22 Euro.

9.

Horst Eckert – Im Namen der Lüge
Plazierung im Vormonat:

NRW. Alles Verschwörungstheorie? Alte RAF-Mitglieder rauben für die Rente, Reichsbürger zündeln am Aufstand, rechte Verfassungsschützer und Politiker instrumentieren das für die Machtübernahme. Verfassungschützerin Khalid und Clemens Veih haben dagegen fast nichts in der Hand. Unheimliche Schwarzmalerei.
Heyne, 576 Seiten, 12,99 Euro.

10.

Matthias Wittekind – Die Brüder Fournier
Plazierung im Vormonat:

„Envie“ nahe Brüssel. Eine Ortschaft in den siebziger Jahren. Schicht um Schicht rekonstruiert Wittekindt das Heranwachsen Iason Fourniers, wild, sensibel, gewalttätig, und seines zarteren Bruders Vincent, fokussiert um zwei Jugendliche, erfroren im Feld. Symphonie in Worten, für große Sommerabende.
Edition Nautilus, 272 Seiten, 18 Euro.

Die Jury

Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Crimemag“, „Deutschlandfunk Kultur“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, WDR, „Deutschlandfunk Kultur“, SWR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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Quelle: F.A.S.
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