FAZ plus ArtikelDer weiße Mann als Feind

Die neue Lust am Büßen

Von Thomas Thiel
17.10.2021
, 13:04
Der französische Philosoph und Romancier Pascal Bruckner
Legt Europa legt moralische Maßstäbe an sich selbst, die es anderen erspart? Der französische Philosoph Pascal Bruckner nimmt die Selbstgeißelungen des Westens ins Visier.
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Man könnte meinen, Pascal Bruckner schreibe derzeit Bücher im Serientakt. In Wirklichkeit liegen zwischen seiner Kritik der Anti-Rassismus-Bewegung, die vergangenes Jahr auf Deutsch erschien, und dem jetzt ebenfalls auf Deutsch vorgelegten „Ein nahezu perfekter Täter“ mehr als drei Jahre. Inzwischen scheuen viele deutsche Verlage die als riskant wahrgenommenen Thesen des französischen Intellektuellen.

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Bruckners Bücher sind ein emphatisches Bekenntnis zur europäischen Zivilisation und eine schonungslose Analyse ihrer aktuellen Schwäche. Europas großer Vorzug, Selbstreflexion und Selbstkritik, sind nach Bruckner in einen Schuldkult umgeschlagen. Das Problem bestehe darin, dass der Westen Maßstäbe an sich anlege, die er anderen erspare. Das führe zu einer moralischen Asymmetrie, die sich für Bruckner zu einer kulturell existenzbedrohenden Krise ausgewachsen hat.

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Thomas Thiel  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Thomas Thiel
Redakteur im Feuilleton.
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