FAZ plus ArtikelSahra Wagenknechts neues Buch

Wo bleibt das neue Wir-Gefühl?

Von Peter Gauweiler
21.04.2021
, 09:42
Auf zur Großabrechnung: In ihrem Buch „Die Selbstgerechten“ attackiert Sahra Wagenknecht die linksliberale Wohlstandsschicht und fordert mehr Solidarität mit dem eigenen Land.

Wie ein Warnzeichen für sich selbst hat Sahra Wagenknecht an den Beginn ihres neuen Buches eine Erinnerung an Dantes „Göttliche Komödie“ gestellt. Ein Memento an das Reich der Vorhölle, die „für diejenigen, die sich in Zeiten des Umbruchs ‚heraushalten‘, für die ‚Lauen‘“, die Strafe bereithält, von Mücken und Wespen geplagt zu werden.

Mit ihrer Referenz auf Dante signalisiert Wagenknecht gleich, dass sie ihrem Publikum eine andere als die meist erwartete Art von Linkheit anbietet, außenseiterisch nicht nur zum Schein und mit Haltung. Diese Linie hält Sahra Wagenknecht eigentlich schon seit ihrem ersten Auftreten kurz nach der Wende durch, als sie zum allgemeinen Entsetzen Erich Honecker verteidigte. Die westdeutsche politische Klasse, meinte sie damals, habe noch bis ein halbes Jahr vor der Wende Honeckers Lob gesungen und außerdem habe der geholfen, einen dritten Weltkrieg zu vermeiden.

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