Die Andere Bibliothek

Enzensbergers Erbin

30.06.2022
, 13:44
Julia Franck vor der Premiere ihres Buchs „Welten auseinander" Mitte Oktober im Berliner Pfefferberg-Theater
Die „Andere Bibliothek“, begründet 1985 von Hans Magnus Enzensberger, ist eine der schönsten und renommiertesten Buchreihen der Welt. Im nächsten Jahr bekommt sie eine neue Herausgeberin: die Schriftstellerin Julia Franck.
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Von Lukian und Apuleius bis Ilija Trojanow, von Selma Lagerlöf bis Susanne Röckel und Antje Vollmer – die Liste derer, die zu den bislang knapp 450 Titeln der „Anderen Bibliothek“ beigetragen haben, enthält bekannte und unbekannte Namen und nicht zuletzt Autoren, die durch die Buchreihe berühmt geworden sind. Gegründet wurde sie von Hans Magnus Enzensberger bei Greno, seit Januar 1985 erscheint bis heute monatlich ein Band.

Die Reihe überstand 1989 den Wechsel zum Eichborn Verlag ebenso wie 2011 den Umzug nach Berlin, wo sie als eigener Verlag an die Aufbau-Verlagsgruppe angedockt wurde. Herausgegeben wurde sie nach dem Ausscheiden Enzensbergers bis Ende 2010 von dem Publizisten Klaus Harpprecht und dem ehemaligen Rowohlt-Verleger Michael Naumann, seither von Christian Döring, der zuvor als Lektor bei Suhrkamp und Programmleiter bei DuMont gearbeitet hatte.

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Die von ihm für die Buchreihe ausgewählten Titel wurden vielfach ausgezeichnet, er publizierte teils spektakuläre und schnell vergriffene Wiederentdeckungen wie Grete de Francescos „Die Macht des Charlatans“, Originalausgaben etwa von Marko Martin, Jochen Hörisch, Gregor Hens oder Gabriele Riedle und literaturgeschichtliche Editionen wie Märchen und Sagen Ferdinand Grimms oder Briefe der Bettine von Arnim.

Nun teilen die Aufbau Verlage mit, dass Döring vom kommenden Sommer an nicht mehr Herausgeber der Reihe sein wird. Seine Nachfolge tritt am 1. Juli 2023 die Schriftstellerin Julia Franck an. Die Autorin, deren Roman „Die Mittagsfrau“ 2007 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden ist, wolle mit ihrer Auswahl „die literarischen Schätze der Anderen Bibliothek bereichern“ und die Leserinnen und Leser dabei „für den weiblichen Blick zu öffnen“.

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Quelle: FAZ.NET
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