FAZ plus ArtikelThomas Manns Spätwerk

Diese in Gott vergnügten Büchlein

Von Edo Reents
17.03.2022
, 08:01
Ordnung und kein spätes Glück: Thomas Mann, 1955 in Weimar
Je älter, desto lustiger: Die vier Bände der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, mit denen das erzählerische Werk jetzt komplett ediert ist, zeigen, wie schwer es der späte Thomas Mann in Deutschland hatte.
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Über seinen vorletzten Roman, den letzten fertiggestellten, schreibt Thomas Mann am 6. April 1951 an den Literaturkritiker der „Neuen Zürcher Zeitung“: „Ein Werkchen wie dieses ist Spätkultur, die vor der Barbarei kommt, mit fast fremden Augen schon angesehen von der Zeit.“ Obwohl dieser berühmte Satz, der das komplette Spätwerk auf einen Nenner bringt, unmittelbar einleuchtet, bleibt offen, was der Absender mit „Barbarei“ meint: die auf ihn, der das Ende vor Augen hat, folgende literarische Produktion oder die Be­fassung damit, also die Literaturkritik? Beides war, zu diesem Zeitpunkt, gleich unwahrscheinlich; Letzteres trat trotzdem ein, ja, war schon in vollem Gange.

Thomas Mann, dem ohnehin noch das deutsche Echo auf den „Doktor Faustus“ in den Knochen steckte, war nämlich vorgewarnt. Zehn Monate zuvor, anlässlich seines 75. Geburtstags, war Folgendes über ihn zu lesen: „Es geht nicht an, in Geburtstags-Sentimentalität zu vergessen, was uns von Thomas Mann scheidet.

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