FAZ plus ArtikelHandspring Puppet Company

Die Magier von Kapstadt

Von Robert von Lucius
30.11.2021
, 19:59
Michael K. steht im Zentrum der Adaption eines Romans von J. M. Coetzee durch dei Handspring Puppet Company.
Abschied von einer Legende der Theaterwelt: Nach vierzig Jahren, in denen sie mit ihren Geschöpfen Klassiker belebten, Festivals eroberten und Millionen von Zuschauern erreichten, löst sich die Handspring Puppet Company auf.
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Keine andere Theatertruppe Afrikas ist in aller Welt erfolgreicher; und wohl keine bildet so sehr eine Brücke zwischen europäischer Klassik und afrikanischer Kraft wie die „Handspring Puppet Company“ aus Kapstadt. Allein ihr Stück um ein Pferd im Ersten Weltkrieg, „War Horse“ („Gefährten“), eine Auftragsarbeit des Nationaltheaters in London, fand in England wie in China jeweils weit mehr als eine Million Zuschauer – insgesamt mehr als sieben Millionen Zuschauer in aller Welt. Als der Regisseur Steven Spielberg „War Horse“ auf der Bühne in London sah, bewegte ihn das zum gleichnamigen Spielfilm. Mittlerweile steht das originale Puppen-Pferd im Victoria & Albert Museum in London.

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In diesen Tagen wird Handspring Puppet sich nach vier Jahrzehnten als eingetragene Gesellschaft auflösen – auch weil ein Jahr ohne Einkünfte in der Corona-Zeit ihre Reserven ausdünnte. Vorerst noch weitermachen wollen aber die beiden Schöpfer der Gruppe, Adrian Kohler und Basil Jones, wie sie im Gespräch mit der F.A.Z. in Düsseldorf berichten, wo zurzeit ihr Stück „Leben und Zeit des Michael K.“ am Schauspielhaus zu sehen ist – aufhören sei für einen Künstler nicht denkbar. Derzeit werden die Zeichnungen und Entwürfe Kohlers aus fünf Jahrzehnten archiviert.

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