FAZ plus ArtikelStaatstheater Darmstadt

Freiheit ist der größte Schatz

Von Eva-Maria Magel
01.12.2020
, 11:21
Fühlt sich wie richtiges Theater an: Das Staatstheater Darmstadt hat ein Weihnachtsmärchen versprochen und liefert einen temporeichen „Alaaddin und die Wunderlampe“ – live gestreamt.

Er heißt „Alaaddin“. Mit Pause zwischen den beiden a. So muss es sein, heißt es. Und so, wie jeder die Geschichte für sich beansprucht, die entweder aus Indien oder einem arabischen Land, aus China oder aus der Türkei stammt oder von ganz woanders her, so auch den Namen. Regisseurin Annette Raffalt hört mit dem multikulturell-philosophischen Vorgeplänkel gerade im richtigen Moment auf – noch ein paar Umdrehungen mehr, und die vielsprachige Verbrüderung zu Beginn von „Alaaddin und die Wunderlampe“ hätte jede vorfreudige Spannung verpuffen lassen.

So viel Verständnis für kulturelle Differenz und Geschlechtergleichberechtigung, wie sie die Schauspieler zu Beginn des diesjährigen Weihnachts-Kinderstücks am Staatstheater Darmstadt demonstrieren, ist eine feine Sache – nur ist dieser bedeutungsschwangere Einstieg schon ein bisschen zu ostentativ. Jede und jeder spricht in seiner Muttersprache, betont, dass wir doch alle gleich sind, das ist eine schöne, auch weihnachtliche Botschaft. Von dort aber muss man erst mal wieder in die jeweilige Rolle und zum Straßenjungen und Tunichtgut Alaaddin samt seiner Geschichte kommen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Magel, Eva-Maria
Eva-Maria Magel
Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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