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FAZ plus ArtikelBen Becker im Admiralspalast

Kafka und Engels auf dem Broadway

Von Simon Strauss
Aktualisiert am 20.02.2020
 - 22:28
Ein Star, der sein Leben in die Waagschale wirft – und die Fans lieben ihn dafür: Ben Becker in Berlin
Die alte Sehnsucht nach dem Volksschauspieler: Warum Ben Becker von seinen Fans so sehr geliebt wird, zeigt sein Soloabend „Affe“ in Berlins Admiralspalast.

Die Pressekonferenz hatte im Affenhaus stattgefunden. Vor den Gorillakäfigen gab Ben Becker freimütig Auskunft über seine Sicht auf die Welt und seine Bewohner. Gott, beziehungsweise der Verrat an ihm, das war ja das Thema seiner letzten Tournee-Show gewesen („Ich, Judas“), jetzt musste also folgerichtig die Welt drankommen, über die wolle er etwas sagen, „naiv natürlich, als Künstler“, so kündigte er seinen neuen, vom Berliner Boulevard mit Spannung erwarteten Auftritt an. Und da er tief in seinem Herzen, „immer noch Kommunist“ sei – als Showproduzent und Barbesitzer musste Becker kurz nachschieben: „nicht im realen, sondern im ideellen Sinne“ –, habe er vor, ein philosophisches Fragment von Friedrich Engels über den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“ auf die Bühne zu bringen, gepaart mit Franz Kafkas Zivilisationssatire „Bericht für eine Akademie“.

Zum „Affen“ würde Ben Becker sich also machen, so viel wurde klar, um auf das Unrecht in unserer Gesellschaft hinzuweisen, die Dialektik des Fortschritts, auf Greta, den Tierschutz, womöglich das ganze verbrecherische Kapitalsystem. Im Affenzahn die Verhältnisse umdrehen: Es isst der Mensch, es frisst das Pferd, doch meistens ist es umgekehrt.

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Quelle: F.A.Z.
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