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Was sind das für Antirassisten?

EIN KOMMENTAR Von Michael Hanfeld
03.02.2021
, 11:41
Das Twitter-Symbol, leicht verändert.
Im Netz, besonders bei Twitter, hat sich ein „antirassistischer“ Diskurs etabliert, der darin besteht, auf Leute einzuprügeln. Da gehen „Journalisten“ auf Journalisten los.

Die Journalistin Fatina Keilani hat kürzlich eine Erfahrung gemacht, um die man sie nicht beneidet. Die „Tagesspiegel“-Redakteurin hat diejenigen kritisiert, die im Netz, vor allem bei Twitter, im Namen des Antirassismus mit groben Keilen auf alle möglichen Klötze einschlagen, Haltungsnoten verteilen und identitäre Ausschlusskriterien formulieren, die man seinerseits für rassistisch halten kann.

Also etwa, dass „Weiße“ sich zum Thema Rassismus gar nicht äußern sollten, weil sie diesen nicht erführen und gar nicht wissen könnten, was das ist. Fatina Keilani findet das nicht plausibel. Ebenso wenig sinnvoll erscheint ihr, dass im Netz Leute unterwegs sind, die Antirassismus als persönliches Geschäftsmodell betreiben – was denen, die von Rassismus betroffen sind, wenig helfe. Zudem erschwere es die Gleichstellung in dieser Gesellschaft, wenn man für sich eine – antirassistische, also moralisch unangreifbare und höherwertige – Sonderstellung in Anspruch nehme.

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Quelle: F.A.Z.
Michael Hanfeld  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Hanfeld
verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.
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