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FAZ plus ArtikelEU in der Coronakrise

Das Virus kennt keine Schlagbäume

Von Christine Landfried
Aktualisiert am 03.04.2020
 - 19:16
Statt alte Konflikte wiederaufleben zu lassen, muss die EU während der Pandemie schnell und effektiv handeln.
In der Corona-Krise führt der nationale Alleingang in eine Sackgasse. Von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist jetzt gemeinsames Handeln gefragt. Ein Gastbeitrag.

Als uns die ersten Nachrichten über die Covid-19-Infektionen aus China erreichten, schien das alles weit weg. Obwohl es zahlreiche wissenschaftliche Analysen zur „Globalisierung“ gibt, sind wir noch immer einem nationalen Blick verhaftet. Inzwischen ist die Situation so dramatisch, dass die nationalen Regierungen sogar europäische Absprachen scheuen und lieber im Alleingang versuchen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Auf gemeinsames Handeln innerhalb der Europäischen Union hofft im Grunde niemand.

Was alles schiefgelaufen ist bei den ersten Reaktionen aus Brüssel, wird nach der Krise genau zu analysieren sein. Es ist kein Ruhmesblatt für die EU, dass die Mitgliedstaaten im Alleingang Einreise- und Ausreisebeschränkungen beschlossen haben. Was die Kostenoptimierung in Krankenhäusern, die fehlende Vorsorge bei Schutzkleidung, die schlechte Bezahlung von Pflegekräften und die Abhängigkeit von wenigen Ländern bei der Produktion von Medikamenten bedeuten, wird ebenfalls nach der Überwindung der Krise in den Nationalstaaten diskutiert werden müssen. Es gehört auf jede zukünftige Agenda der EU.

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