FAZ plus ArtikelAbtreibungsrecht in Amerika

Die Republikaner waren nicht immer strikte Gegner der Abtreibung

Von Frauke Steffens
28.06.2022
, 08:09
Abtreibungsbefürworterinnen vor dem Kansas Statehouse.
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Nach der Entscheidung des Supreme Courts zeigt sich: Der Entzug des Rechts auf Selbstbestimmung macht Schwangere in den USA zu Bürgern zweiter Klasse. Die Konservativen haben vorerst gesiegt. Ihre Haltung war aber nie so eindeutig.
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Über das eigene Leben, den eigenen Körper, die eigene Zukunft selbst bestimmen zu können – das sahen Amerikanerinnen und Amerikaner als ihr fundamentales Recht an. Seit der Oberste Gerichtshof das allgemeine Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch gekippt hat, ist diese Sicherheit dahin. Die Richter übergaben die Entscheidung über das Abtreibungsrecht an die Bundesstaaten – in fast der Hälfte könnte es nun restriktive Regelungen geben, in neun sind solche nach dem Urteil bereits in Kraft. Alabama oder Missouri etwa verbieten Schwangerschaftsabbrüche ohne Ausnahmen bei Vergewaltigung und Inzest.

Die Warnungen von Bürgerrechtlern wurden praktisch über Nacht bestätigt: Ärzte bieten keine Abtreibungen mehr an, denn Regionalregierungen wie in Texas drohen mit Gefängnisstrafen, und Frauen fürchten den faktischen Zwang, gegen den eigenen Willen Kinder gebären zu müssen. Das Urteil werde die gesellschaftliche Spaltung verschärfen, war vielfach zu hören, denn die Richter entschieden gegen Regeln, die zumindest laut Umfragen eine breite Mehrheit der Amerikaner für richtig hielt.

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