FAZ plus ArtikelWeg aus der Pandemie

Warum wir eine Impfpflicht brauchen

Von Benjamin Bratton
28.11.2021
, 08:28
Ein Mann demonstriert gegen die Impfpflicht vor dem Florida State Capitol in Tallahassee
Wie kommt man nur darauf, dass jeder selbst entscheiden kann, ob das Virus echt ist? Über die seltsame Realitätsverweigerung der Impfgegner. Ein Gastbeitrag.
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Als Reaktion auf den dramatischen Anstieg von Corona-Infektionen und zu niedrige Quoten bei freiwilligen Impfungen haben viele europäische Regierungen neue Lockdowns beschlossen und diskutieren über eine Impfpflicht. In Rotterdam, Brüssel, Paris und zahlreichen anderen Städten kam es zu Protesten. Am Samstag, dem 20. November, versammelten sich Zehntausende, viele von ihnen Anhänger rechtsextremer Bewegungen, auf dem Heldenplatz vor der Hofburg, der ehemaligen Kaiserresidenz mitten in Wien.

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In Österreich soll ab dem 1. Februar eine allgemeine Impfpflicht gelten. Möglicherweise kommt sie nicht früh genug, der für den Winter erwartete Anstieg der Infektionszahlen ist längst eingetreten. Nun hofft man, die drohenden Strafen würden genug Menschen motivieren, um die Bevölkerung näher an eine Herdenimmunität zu bringen. Zurzeit meldet Österreich mehr als 15.000 neue Infektionen täglich. Die Zahlen sind noch höher als im letzten Winter, als die Welt die tödlichsten Corona-Monate durchlebte. Die Lage ist tatsächlich bedrohlich. Warum? Mit geschätzten 66 Prozent weist Österreich eine der niedrigsten Impfquoten in Westeuropa auf. Ein Drittel der Bevölkerung will sich nicht impfen lassen. Damit sind nicht annähernd die Quoten erreicht, bei denen man zu einer Normalität zurückkehren könnte.

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Quelle: F.A.S.
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