FAZ plus ArtikelBerliner Clubsterben

„Wir müssen unser Immunsystem stärken“

Von Elena Witzeck
13.03.2020
, 06:21
Mit dem Plan, Clubs zu Kulturstätten zu erheben, will Berlin die Zukunft der elektronischen Tanzmusik sichern. Jetzt kommt Corona dazwischen.

An diesem Abend hat das Gretchen früh aufgemacht. Die Chefin ist am Eingang bei der Schlange gesessen und hat Schlüssel an die Mitarbeiter verteilt: „Du machst bitte grün. Marek ist der Zweite.“ Jetzt ist es voll, vor der Bühne ein paar Junge und viele Mittelalte, und noch weiß keiner, was als Nächstes kommt. Da steht einer mit Glatze hinter einem Monstrum aus Kabeln und ein anderer mit Bart am Mikro, und jetzt stimmt ein Berliner Duo klirrenden Elektropop an. Die Menge setzt sich in Bewegung. Hinter der Bar nickt Pamela Schobeß, die Chefin, es läuft, jetzt zieht sie sich den Pulli über Kopf und tätowierte Arme und mixt Drinks. Die ganze Nacht.

Das Gretchen ist ein Club. Von außen „voll izzelig“, sagt selbst die Chefin, innen ein Kreuzgewölbe mit gusseisernen Säulen, eine denkmalgeschützte Halle für Pferdeställe, 1854. Hier läuft kein „Wonderwall“, hier gibt es Konzerte, alles irgendwie elektronisch, aber kein Techno oder House, dafür Experimente mit Jazz, Funk, Soul: „Bloß keine geraden Beats“.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Witzeck, Elena
Elena Witzeck
Redakteurin im Feuilleton.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot