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FAZ plus ArtikelSoziologin Nadia Bou Ali

Braucht der Libanon einen Systemwechsel?

Von Lena Bopp
Aktualisiert am 14.12.2019
 - 08:44
Nicht nur gegen die Regierung wird derzeit in Beirut protestiert, sondern auch gegen die Dinge, die sie zulässt: Libanesin bei Protesten gegen sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und häusliche Gewaltzur Bildergalerie
Sie sind Radikale, ohne es zu merken: Ein Gespräch mit der Beiruter Soziologin Nadia Bou Ali über die andauernde Krise im Libanon und die aktuellen Proteste in der Hauptstadt.

Die Proteste im Libanon sind mit der Achtundsechziger-Bewegung verglichen worden – weil sie hauptsächlich von Studenten getragen werden, die einen radikalen Systemwandel fordern. Ein sinnvoller Vergleich?

Es gibt nicht eine Demonstration. Es gab zunächst Massen von Arbeitslosen, die auf die Straßen gingen und Dinge sagten wie, sie müssten ins Gefängnis, um etwas zu essen zu bekommen. Diese Leute kamen nach der Ankündigung der Regierung, eine Steuer auf Whatsapp-Anrufe zu erheben, was ihnen auch noch die Möglichkeit zum Kommunizieren genommen hätte. Dann kamen viele NGOs, die ein Ende der Korruption und eine neue, technokratische Regierung forderten. Und schließlich kamen all jene, die dieses Achtundsechziger-Gefühl verbreiten: „Ich identifiziere mich nicht mit meiner Konfession! Ich möchte nicht von meinen Eltern erklärt bekommen, wer ich bin!“ Manche dieser Slogans waren wirklich lustig. Mein Achtundsechziger-Moment war, als ich dieses vielleicht sechzehn Jahre alte Kind sah, das ein Schild durch die Straßen trug: „Sex is great but have you ever fucked the system?“ Diese Freude an der Überschreitung, am Brechen der Regeln war, glaube ich, allerdings auch einer der Gründe dafür, dass uns die Achtundsechziger-Bewegung nicht weit geführt hat.

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Quelle: F.A.Z.
Magdalena Bopp Portraitaufnahme für das Blaue Buch / FAZ.Net
Lena Bopp
Redakteurin im Feuilleton.
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