FAZ plus ArtikelDie gedopte Gesellschaft

„Kokain ist ungesund und lächerlich“

Von Claudius Seidl
05.08.2021
, 10:51
Berlin-Kreuzberg, Görlitzer Park: Polizisten nehmen Drogenhändler in Gewahrsam.
Immer mehr Menschen kiffen und koksen, die Profite der organisierten Kriminalität steigen, die Politik sagt aber: Weiter so! Die Drogengesetzgebung dient einer Ideologie, sagt der Autor Norman Ohler.

Herr Ohler, sind unsere Betäubungsmittelgesetze noch zeitgemäß?

Nein, sie sind einer freiheitlichen Gesellschaft nicht angemessen. Was die wenigsten wissen: Diese Gesetze entstammen dem Geist der Rassenhygiene, und folgerichtig erlangten sie im nationalsozialistischen Unrechtsstaat zum ersten Mal Relevanz.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

: Aktion

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Konsum illegaler Drogen nimmt zu

In der vergangenen Woche hat Daniela Ludwig, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, zusammen mit Holger Münch, dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, den neuesten Bericht zur Rauschgiftlage veröffentlicht. Dessen Inhalt lässt sich sehr kurz zusammenfassen: Der Konsum der meisten illegalen Drogen hat weiter zugenommen, womit auch der Einfluss und der Profit des organisierten Verbrechens größer geworden sind. Dagegen soll helfen, was seit Jahrzehnten nicht geholfen hat: Verbote durchsetzen, Verbrecher jagen. Diese Hilflosigkeit war Grund genug, das Thema mit Norman Ohler zu besprechen, dem Schriftsteller und Sachbuchautor, Verfasser des Buchs „Der totale Rausch“, das vom Methamphetamin-Missbrauch der Nazis handelt. Zur Zeit schreibt Ohler an einer Nachkriegsgeschichte des Drogenkonsums.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Seidl, Claudius
Claudius Seidl
Redakteur im Feuilleton.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot