In Aschersleben halten sich die Menschen ohne zu klagen an die Regeln.

Vorsprung Ost

Text von MELANIE MÜHL und ELENA WITZECK
Fotos von PATRICK SLESIONA
In Aschersleben halten sich die Menschen ohne zu klagen an die Regeln.

15. August 2020 · Ein Blick auf die Corona-Zahlen zeigt: Ostdeutschland steht viel besser da als der Westen. Ist das nur Glück oder lässt sich daraus angesichts steigender Infektionszahlen etwas lernen? Besuch in einem Landkreis, dessen Bewohner vieles anders machen.

Das Virus kam näher, aber es ließ sich Zeit. Judith Sattler und ihr Team hatten trotzdem einen Schlachtplan entworfen. Früher oder später würde die Pandemie auch ihre Region treffen, davon war sie überzeugt. Die Geschäftsführerin des Arbeiter-Samariter-Bundes Salzlandkreis e. V. wollte auf den drohenden Ausnahmezustand vorbereitet sein. Ein halbes Jahr später sitzt Judith Sattler, eine junge, ernste Frau mit schwarzem Haar, in ihrem Büro in Aschersleben und erinnert sich, wie sie Krisenszenarien durchspielten, Schutzausrüstung bestellten, sich die Köpfe zerbrachen. 

Am 10. März meldete Sachsen-Anhalt schließlich den ersten Corona-Fall – als letztes Bundesland. „Wir haben dann einen Corona-Einkaufsservice angeboten und Werbung dafür gemacht, bei Facebook, im Radio, in Zeitungen, sogar im Fernsehen.“ An etwa 55 000 Menschen in der Umgebung richtete sich das Angebot, dreißig ehrenamtliche Mitarbeiter, denen im Homeoffice langsam die Decke auf den Kopf fiel, standen bereit.

Sichtschutz nach innen und Blumenpracht für die Vorbeikommenden

„Die Leute wollen ihre Selbständigkeit bewahren“
JUDITH SATTLER

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15.08.2020
Quelle: F.A.Z.