FAZ plus Artikel200. Todestag

Die Schlacht um Napoleons letzte Ruhestätte

Von Michael S. Cullen
03.05.2021
, 15:41
Vor zweihundert Jahren starb Napoleon. Aber noch zwei Jahrzehnte danach wurde die letzte große Schlacht um ihn geschlagen – seine Asche sollte nach Paris überführt werden. Ein Gastbeitrag.

„Toujours lui. Immer er!“ So schrieb Heinrich Heine Ende Mai 1840, als er von den Vorbereitungen für die Überführung von Napoleons sterblichen Resten erfuhr. Damit wiederholte er Victor Hugos Worte von 1827: „Toujours lui. Lui partout.“ Immer er. Überall er. Obwohl Napoleon bereits seit dem 5. Mai 1821 tot war, blieb er stets und überall präsent.

Neunzehn Jahre nach seinem Ableben, am 12. Mai 1840, beantragte der französische Innenminister Charles de Rémusat im Parlament eine Million Franc, um Napoleons Asche nach Paris bringen und ihm dort ein prächtiges Grab errichten zu lassen. Noch waren Napoleons Überreste weit weg, auf der einsamen Insel St. Helena, seinem erzwungenen Exil. Das war damals mindestens 42 Tage Reisezeit entfernt: 7700 Kilometer von Toulon, 1850 Kilometer vom nächsten Festland, Angola, also jwd. Kein Zweifel: Es war wichtig, Napoleons Asche zu haben.

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