Flüchtlinge

59 Fragen zum Nachdenken

11.09.2015
, 11:03
Flüchtlinge auf dem Bahnhof in Bicske, etwa 37 Kilometer westlich von Budapest
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Plötzlich sind sie da, unübersehbar auf Bahnhöfen und in Fußgängerzonen: Tausende Flüchtlinge kommen nach Deutschland. Ihren Nöten stehen wir ratlos gegenüber. 59 Fragen zum Nachdenken.
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1.

Was brauchen die Flüchtlinge am dringendsten?

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2.

Ist Flüchtlingshilfe nur das neueste Ding einer sinnsuchenden Mittelschicht - wie Yoga oder Paleo-Diät?

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3.

Sind wir uns ganz sicher, dass der Bettler in der Fußgängerzone unsere Hilfe nicht genauso dringend braucht?

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4.

Ist Charity der erste Schritt zur Entpolitisierung des Problems?

* * *

5.

Müssen uns Flüchtlinge dankbar sein, wenn wir unsere alte Kleidung ihnen geben - und nicht der Caritas?

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6.

Hat uns vor allem der warme Sommer so milde gestimmt?

* * *

7.

Ist es nicht zu einfach, die letzten fünf Fragen mit „ja“ zu beantworten?

* * *

8.

Was brauchen die Flüchtlinge am dringendsten?

* * *

9.

Kann es einem Flüchtling nicht ganz egal sein, was die Motive derer sind, die ihm helfen?

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10.

Bekommen Leute, die aus dem brennenden Aleppo geflohen sind, Heimatgefühle, wenn auch hier die Häuser brennen?

Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg, Deutschland
Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg, Deutschland Bild: Reuters

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11.

Gibt es wirklich nicht genug Polizisten, um das von vornherein zu verhindern? Wo sind die Hundertschaften, die den G-7-Gipfel beschützt haben, wenn man sie braucht?

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12.

Sind mehr als 300 Anschläge tatsächlich Ausdruck spontanen Volkszorns - oder sind die Brandstifter organisiert?

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13.

Was lehrt uns eigentlich die Mordserie des NSU?

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14.

Können Flüchtlinge, die kein Deutsch sprechen, erkennen, ob die Leute vor der Tür für oder gegen sie demonstrieren?

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15.

Lernen die Leute, die Angela Merkel als "Volksverräterin" bezeichnen, sich endlich zu benehmen, wenn man sie nur oft und heftig genug als Pack beschimpft?

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16.

War die Parole „Wir sind das Pack“ ironisch gemeint?

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17.

Wie integriert man Deutsche?

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18.

Sickern mit den Flüchtlingen auch Terroristen ein? Oder sind die eher in umgekehrter Richtung unterwegs - aus der deutschen Provinz über die Türkei zu den Rekrutierungsbüros des IS??

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19.

Warum müssen die Flüchtlinge erst einen lebensgefährlichen Weg gehen - um dann so herzlich empfangen zu werden, als hätte das Land seit Jahren auf sie gewartet?

In München angekommener Flüchtling mit einem Bild Angela Merkels
In München angekommener Flüchtling mit einem Bild Angela Merkels Bild: AP

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20.

Ist es uns insgeheim ganz recht, dass die Gefahren und Strapazen der Reise dafür sorgen, dass nur die stärksten und fähigsten Leute das deutsche Sozialsystem und den deutschen Arbeitsmarkt erreichen?

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21.

Warum können wir es uns leisten, abgelehnte Asylbewerber komfortabel mit dem Flugzeug nach Hause zu schicken, aber nicht, jene abzuholen, die bei uns bleiben dürfen?

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22.

Warum kommen gerade jetzt so viele?

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23.

Liegt es daran, dass die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof eine Ermunterung für alle sind, die noch zögern, das zerstörte Syrien zu verlassen?

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24.

Und die Bilder der Ertrunkenen und Erstickten?

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25.

Was brauchen die Flüchtlinge am dringendsten?

* * *

26.

Sollte man (wie Christopher Lauer auf Twitter fragt) auch andere staatliche Bereiche durch freiwillige Hilfe endlich besser organisieren?

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27.

Kann es sein, dass die Bürger längst weiter sind als jene Politiker, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen nur von einem Problem reden, einem Strom, einer Flut?

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28.

Gibt es ein schöneres Wort als „Standardabweichungsgesetz“?

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29.

Haben Flüchtlinge, die dem Krieg entronnen sind, das Recht, erst einmal mit ihren Traumata fertig zu werden - oder müssen sie sofort mit ihrer Fremdheit und Andersheit die deutsche Gesellschaft bereichern?

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30.

Was ist deutsch?

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31.

Sieht der Schrecken aller Deutschtümler so aus wie der Apple-Gründer Steve Jobs, der Sohn einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters war?

Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak im Jahr 1978
Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak im Jahr 1978 Bild: dpa

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32.

Ist Wirtschaftsflüchtling ein Schimpfwort?

* * *

33.

Oder nimmt der Wirtschaftsflüchtling nur das Versprechen des Kapitalismus ernst?

* * *

34.

Gibt es so etwas wie „Asylmissbrauch“, wo doch Anträge entweder genehmigt oder abgelehnt werden?

* * *

35.

Ist es kleinlich, dauernd auf Esten oder Slowaken zu verweisen, die kaum Flüchtlinge aufnehmen?

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36.

Kann der tschechische Staatspräsident Milos Zeman („Niemand hat euch hierher eingeladen!“) nachts ruhig schlafen - und wenn ja, wie viel Bier hat er vorher getrunken?

* * *

37.

Wer hat Milos Zeman in die EU eingeladen? Wer Viktor Orbán?

* * *

38.

Wie viele Flüchtlinge nehmen eigentlich Saudi-Arabien und andere reiche Golfstaaten auf? Oder haben sie genug damit zu tun, ihre ostasiatischen Sklavenarbeiter in Schach zu halten?

* * *

39.

Was brauchen die Flüchtlinge am dringendsten?

* * *

40.

Wenn Hunderttausende Griechen jährlich das eigene Land verlassen - spricht das dafür, dass Griechenland Flüchtlinge aufnimmt? Oder dagegen?

Flüchtlingslager auf Kos
Flüchtlingslager auf Kos Bild: AFP

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41.

Und wie verhält es sich mit Ostdeutschland?

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42.

Sollte man den Bewohnern des deutschen Ostens Gelegenheit geben, endlich einmal ein paar echte Ausländer kennenzulernen?

* * *

43.

Aber kann man das traumatisierten Kriegsflüchtlingen zumuten?

* * *

44.

Ist Deutschland ein Einwanderungsland?

* * *

45.

Ist Deutschland das Sozialamt der Welt?

* * *

46.

Oder doch deren Kaufhaus?

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47.

Wenn Deutsche sagen, wir sind nicht das Sozialamt der Welt - dürfen dann Brasilianer sagen: und wir nicht deren Gewächshaus? Und den Regenwald weiter abholzen?

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48.

Wird Klimawandel demnächst ein Asylgrund sein? Oder verbuchen wir das als persönliches Pech?

* * *

49.

Kann man wirklich von einer „Völkerwanderung“ reden?

* * *

50.

Wären wir dann das Römische Reich, kurz vor seinem Untergang?

* * *

51.

Hat es Rom geholfen, Zäune zu errichten?

* * *

52.

Ist es nicht Mobilität, wozu uns der Kapitalismus ständig auffordert?

* * *

53.

Ist es ein Zeichen für die Lebendigkeit des Kapitalismus, wenn so viele Menschen in ihn einwandern wollen? Oder doch nur Verzweiflung?

* * *

54.

Sprechen wir im Zeitalter des Internets im Ernst noch von Nationen und Territorien?

* * *

55.

Können wir uns sicher sein, dass uns nie wieder Krieg, Flucht, Vertreibung drohen - dachten nicht auch die Menschen in Donezk, dass die Zeit der Bürgerkriege längst vorüber sei?

* * *

56.

Wird alles besser, wenn nur die Schlepper härter bekämpft und bestraft werden?

Aufgegriffenes Schlepperfahrzeug in Ungarn
Aufgegriffenes Schlepperfahrzeug in Ungarn Bild: dpa

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57.

Muss man sich Godot als Schlepper vorstellen?

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58.

Und Wladimir und Estragon als Flüchtlinge, die warten, weil sie gar keine andere Chance haben?

* * *

59.

Was brauchen die Flüchtlinge am dringendsten?

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Bundestag in Berlin
Angela Merkel zum Vorgehen in der Flüchtlingskrise
Quelle: aziz, cls, jia, pek, Si, stau, vlin/F.A.S.
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