FAZ plus ArtikelEntführung meines Vaters

Ein Verbrechen kann nie gut ausgehen

Von Johann Scheerer
16.05.2022
, 08:28
Der Musikproduzent und Schriftsteller Johann Scheerer
Johann Scheerer war dreizehn, als sein Vater Jan Philipp Reemtsma entführt wurde. Jetzt steht der Täter von damals wieder vor Gericht. Was löst das in den Opfern aus? Eine Selbstbetrachtung.
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Niemand mag es, als Opfer bezeichnet zu werden. Es schwingt da so eine Hilflosigkeit mit. Weil man zum Opfer gemacht wird. Es sich nicht aussuchen, sich nicht dagegen wehren kann. Zumindest nicht initial. Es braucht Zeit, die Rolle ablegen zu können. Der erste Schritt beim Ablegen des Opferstatus ist seine Anerkennung. Denn wie könnte man etwas ablegen, was man niemals angenommen hat?

Das ist allerdings ein Vorgang, der hauptsächlich im Innern abläuft, und doch braucht es die Öffentlichkeit, die Gesellschaft, damit sich eine entsprechende Dynamik entwickeln kann.

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Johann Scheerer betreibt in Hamburg das renommierte Tonstudio Clouds Hill Recordings. Große Aufmerksamkeit erzielte er mit seinem Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ über die Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma. Letztes Jahr erschien sein Roman „Unheimlich nah“ (Piper). Gerade ist er auf Lesetour, bei der er auch Stücke auf der Gitarre spielt. Die nächsten Termine sind 15. Mai in Münster, 18.Mai in Bremen und 16. Juni in Solingen (https://johannscheerer.com/).

Quelle: F.A.S.
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