FAZ plus ArtikelGegen Missbrauch in der Kirche

Schütze dich, wer kann

Von Tim Niendorf und Tobias Schrörs
16.04.2019
, 06:45
Mit einem Schutzkonzept gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche: Der Wuppertaler Pfarrer Bruno Kurth hilft einem Messdiener beim Anlegen des liturgisches Gewandes.
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Die Missbrauchsfälle haben die katholische Kirche Glaubwürdigkeit gekostet. Um wieder Vertrauen aufzubauen, hat sie verpflichtende Präventionskurse für Geistliche und Laien eingeführt. Beispiele aus der Praxis des Erzbistums Köln.
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Vor einigen Jahren hatte Heribert Dölle ein Erlebnis, das ihn bis heute nicht loslässt. Ein Kind hatte seine Mutter am Tag seiner Erstkommunion verloren und es war an Dölle, sie zu beerdigen. Er lief hinter dem Sarg her, neben ihm der Junge, weiter hinten die Familie, der Vater. „Der Junge fing unglaublich an zu weinen“, sagt Dölle. „Der war geschüttelt von Weinkrämpfen.“ Als er das sah, wollte er dem Kind Trost spenden, es in den Arm nehmen. Doch er konnte nicht. Er glaubte, es nicht zu dürfen. Nicht als Priester.

2010 hatte der Jesuit Klaus Mertes in einem Brief erstmals öffentlich über den Missbrauch gesprochen. Im Jahr des Tabubruchs verabschiedeten die Bischöfe erste Leitlinien zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und eine Rahmenordnung für Präventionsmaßnahmen. Im Frühjahr haben sie auf ihrer Vollversammlung nach den Ursachen des Missbrauchs gefragt. Der Kampf gegen Missbrauch und die Angst vor ihm haben das Leben in vielen katholischen Gemeinden verändert.

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