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FAZ plus ArtikelDorf am Hambacher Forst

Ausweitung der Kampfzone

Von Niklas Maak
 - 11:16
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Als Mustafa Balo den Wald zum ersten Mal sah, war es kalt, es lag Schnee auf den Bäumen. Sie hatten ihnen ein Haus zugewiesen in der Kölnstraße, ein paar Minuten entfernt vom Hambacher Forst. Vom Ortsrand aus sah man den Wald. Wenn es Nacht wurde, war es still dort, jedenfalls dachten sie das; aber wenn sie dem Wald näherkamen, hörten sie die Geräusche der Bagger, das Heulen des Tagebaus, der sich hinter dem Wald in Richtung Dorf fraß. Es war das erste Mal, dass sie Schnee sahen. Sie hatten die Flucht aus dem Irak überlebt, sie waren jetzt in Sicherheit, in einem deutschen Backsteinhaus in einem Dorf, das Manheim heißt.

Die Ausländerbehörde in Kerpen hatte ihnen, Mustafa und seinen Geschwistern, seiner Mutter, seiner Schwester und ihren drei Kindern, ein leerstehendes Haus im alten Tagebaurevier gegeben. Sie hatten es bis nach Deutschland geschafft, aber Mustafas Onkel war vom IS ermordet worden, und seine kleine Nichte, erzählt er, als wir ihn treffen, im Flüchtlingslager nahe der syrischen Grenze gestorben. Es war der Winter 2015. Dass im Wald hinter dem Dorf Menschen in Baumhütten wohnten, wusste er nicht; keiner redete von ihnen.

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Quelle: F.A.Z.
Niklas Maak
Redakteur im Feuilleton.
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