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Buch der Präsidenten-Nichte

Mary L. Trump wehrt sich gegen einstweilige Verfügung

Aktualisiert am 03.07.2020
 - 12:00
Mit Blick auf das Buch der Nichte sind sie heute einer Meinung: die Brüder Robert (l.) und Donald Trump im November 1999.
Wie ihr Onkel der Mann wurde, der die Gesundheit der Welt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht: Donald Trumps Nichte wehrt sich vor Gericht gegen eine Verfügung, die ihr Buch stoppen soll.

Mary L. Trump, promovierte Psychologin und Nichte des amerikanischen Präsidenten, hat ein Buch darüber geschrieben, wie ihr Onkel Donald Trump „der Mann wurde, der jetzt die Gesundheit der Welt, die wirtschaftliche Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht“. Der Präsident selbst hat seine Veröffentlichung rechtswidrig genannt, sein Bruder Robert versucht vor Gericht, das Buch zu stoppen, das Ende Juli erscheinen soll. Beide beziehen sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die im Zusammenhang mit der Nachlassregelung des Großvaters von Mary L. Trump geschlossen worden sei.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat Mary L. Trump in einer Einreichung bei Gericht am Donnerstag Stellung zu dem Vorwurf genommen, mit ihrem Buch „Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat“, gegen die Vertraulichkeitsvereinbarung zu verstoßen. Sie hätte der Vereinbarung vor zwei Jahrzehnten nie zugestimmt, wenn sie gewusst hätte, dass die ihr zugrunde liegenden finanziellen Bewertungen falsch seien. Außerdem habe sie nie geglaubt, diese Vereinbarung könne verhindern, dass sie ihre eigene Lebensgeschichte erzähle oder ein Buch veröffentliche, in dem es um das Verhalten und den Charakter ihres Onkels während seiner Wiederwahl-Kampagne gehe.

Einer ihrer Anwälte ergänzte, Donald Trump selbst habe mehrere Bücher veröffentlicht, in denen es um seine Finanzen gehe. Seine Mandantin könnte also argumentieren, die Vertraulichkeitsvereinbarung sei dadurch in Teilen bereits ausgehöhlt.

Erst am Mittwoch hatte Mary Trumps Onkel Robert einen Rückschlag vor Gericht hinnehmen müssen. Ein Richter des Supreme Court im Bundesstaat New York hatte die tags zuvor von einem anderen Kollegen auferlegte einstweilige Verfügung gegen den Verleger Simon & Schuster aufgehoben, das Buch zu veröffentlichen. Die Verfügung gegen Mary Trump bleibt jedoch zunächst in Kraft, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Eine Anhörung ist für den 10. Juli angesetzt.

In der Begründung zu seiner Entscheidung schrieb Richter Alan Scheinkman, dass Simon & Schuster nicht an der vor zwanzig Jahren getroffenen Vereinbarung beteiligt gewesen sei. Im Gegensatz zu Mary Trump habe Simon & Schuster nicht zugestimmt, „ihre Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz (zur Redefreiheit) abzutreten“. Das 240 Seiten lange Buch soll am 28. Juli erscheinen. Der Titel lautet auf Deutsch übersetzt: „Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat“. Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps Bruder Fred, der 1981 starb.

Quelle: kue/FAZ.NET
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