FAZ plus ArtikelRusslands Kultur und der Krieg

Wann bekommt Russland seine Seele zurück?

Von Michail Schischkin
03.07.2022
, 08:20
Wartet die Rettung im bedruckten Papier? Die Oper „Aus einem Totenhaus“ von Leoš Janáček nach Dostojewski im Berliner Schiller Theater
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Aus dem Teufelskreis dieses Krieges führt der Ausweg nur über die Sprache: Warum sich Putins Regime wie seine Vorgänger als Besatzer im eigenen Land eingerichtet hat und das Volk schweigt. Ein Gastbeitrag.
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Von ehemaligen Häftlingen gibt es Berichte, wie russische Klassiker ihnen das Leben retteten. Sie erzählten den kriminellen Mitinsassen Romane von Turgenjew, Tolstoi, Dostojewski nach. Die große russische Literatur konnte den Gulag nicht verhindern, aber sie half im Gulag zu überleben. Ist das viel oder wenig?

Nach dem Ukraine-Überfall wird die russische Literatur der Mitschuld an diesem Krieg und den Grausamkeiten russischer Soldaten bezichtigt; sie sei ihrer Natur nach imperialistisch und kolonial. Dieser Krieg stelle einen moralischen und humanitären Bankrott der russischen Kultur dar. Einige ukrainische Schriftsteller und Schriftstellerinnen rufen zum Boykott der russischen Musik, Filme, Bücher auf und erklären, dass man in der Welt diese Kultur noch immer fälschlicherweise für europäisch und humanistisch halte; dass die Verbrecher aber, die Mütter mit Kindern vergewaltigen, in der Schule an russischen Klassikern erzogen seien, dass der Weg zum Massaker von Butscha auch über die russische Literatur führe.

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