FAZ plus ArtikelMuslimisch-Jüdischer Dialog

Koscher oder halal?

Von Saba-Nur Cheema und Meron Mendel
28.07.2021
, 20:28
Guckloch: Blick auf die Altstadt Jerusalems mit dem Tempelberg
Ein muslimisch-jüdisches Paar bietet Anlass zu Projektionen. Ihre Ehe ist kein politisches Projekt – und führt doch in etliche Konfliktfelder. Davon berichten unsere beiden Kolumnisten von nun an in „Muslimisch-jüdisches Abendbrot“.

Früh haben wir festgestellt, dass wir als Paar auffallen. Einmal natürlich wegen unserer Biographien, die unterschiedlicher nicht sein könnten: als Nachkommen von pakistanischen Flüchtlingen oder Holocaust-Überlebenden; aufgewachsen in einem sozialistischen Kibbuz in der Wüste oder in einem sozialen Brennpunkt Frankfurts; prägende Erfahrungen im muslimisch-konservativen Gemeindeleben oder beim Militärdienst im Südlibanon und im Westjordanland.

Es gibt nicht viele jüdisch-israelisch-muslimisch-pakistanische Paare. Und es ist allgemein bekannt, dass Juden und Muslime – global gesprochen – nicht die besten Freunde sind. Vorurteile hegen beide gegenüber: Die einen sind rückständig und im Zweifel Terroristen, die anderen gelten als reich und Drahtzieher hinter allem Übel in der Welt. In einer bisher unveröffentlichten Studie gaben knapp die Hälfte der befragten Juden an, Muslimen gegenüber misstrauisch zu sein, fast zwei Drittel empfinden Muslime als bedrohlich, und ein Drittel hätten ungern Muslime als Nachbarn.

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Saba-Nur Cheema, 1987 in Frankfurt geboren, ist Politologin, Antirassismus-Trainerin und Beraterin des Bundesinnenministeriums zum Thema Muslimfeindlichkeit.

Meron Mendel, 1976 in Israel geboren, ist Professor für Soziale Arbeit und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
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