FAZ plus ArtikelLimbach-Kommission

So wird jetzt fast alles Raubkunst

Von Patrick Bahners
16.04.2021
, 11:44
Lange dürften Franz Marcs „Füchse“ nicht mehr im Düsseldorfer Museum Kunstpalast hängen. Im Kulturausschuss hat der Magistrat am 15. April vorgeschlagen, die Empfehlung der Limbach-Kommission zu befolgen und das Bild herauszugeben.
Eine stillschweigende Änderung der Spruchpraxis: Mit ihrer Empfehlung zu Franz Marcs „Füchsen“ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast setzt die Limbach-Kommission ihre Legitimität aufs Spiel.

Die Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts insbesondere aus jüdischem Besitz veröffentlichte 2014 ihre Empfehlung zu dem Gemälde „Drei Grazien“ von Lovis Corinth. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen hatten es 1950 aus Bern erworben. 2002 stellten die Erben der Tuchfabrikantin Clara Levy, die 1940 in Luxemburg unmittelbar vor ihrer geplanten Übersiedlung in die Vereinigten Staaten verstorben war, einen Antrag auf Herausgabe.

Diesem lag die Vermutung zugrunde, dass deutsche Behörden das Gemälde zusammen mit anderem Umzugsgut beschlagnahmt hätten. Den Staatsgemäldesammlungen gelang der Nachweis, dass das fragliche Umzugsgut nach New York verschifft und dort der Tochter Clara Levys ausgehändigt worden war. Das Gemälde wurde in New York versteigert und von dem Kunsthändler Curt Valentin gekauft.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Bahners, Patrick
Patrick Bahners
Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.
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