FAZ plus ArtikelPräsenzlehre an Unis

Warum so passiv bei der Rückkehr?

Von Dirk von Petersdorff
04.06.2021
, 08:08
Studentinnen und Studenten in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
Von einsilbigen Verwaltungsmails und allgemeiner Mutlosigkeit: Die Hochschulen könnten eine Zusatzinjektion fröhliche Wissenschaft und Zukunftsfreude vertragen. Ein Gastbeitrag.

Von Beginn der Corona-Pandemie an war es auffallend still um die Universitäten. Irgendwann tauchten sie in der Berichterstattung über Schließungen oder mögliche Öffnungen gar nicht mehr auf. Das kann man als Leistung ansehen: Die Vernunft erzwang die Einsicht in die Notwendigkeit des Lockdowns, der an so großen und kontaktreichen Einrichtungen wie den Universitäten besonders energisch zu vollziehen war. Warum also diskutieren oder gar lamentieren? Zudem gelang die Umstellung auf die Online-Lehre auch angesichts der rettenden Halbgottheit Zoom erstaunlich gut. Spitzenvertreter der deutschen Universitäten waren zufrieden mit sich und präsentierten sich der Politik als beste Schüler.

Damit haben sie nicht unrecht, und es stimmt: In digitalen Seminaren von überschaubarer Größe kann es lebendig und konzentriert zugehen. Aber bei dieser Bilanz blieb einiges auf der Strecke oder wurde beschwiegen. Da ist zuallererst die Situation der Studierenden. Denn gerade wer den Winter über die Zoom-Gesichter betrachtete, sah, wie sie sich von Woche zu Woche bei aller Tapferkeit der Resignation und Depression annäherten. Inzwischen hat man drei Semester, das ist die Hälfte eines Bachelor-Studiums, in kleinen Zimmern vor dem Bildschirm verbracht. Oder ist ins Elternhaus zurückgekehrt, im Bildhintergrund stehen die alten Stofftiere.

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