FAZ plus ArtikelSieben Jahre Krim-Annexion

Zankapfel der Welt

Von Viktor Jerofejew
01.03.2021
, 06:14
Schwarzmeerfestung: Die Bewohner der annektierten Halbinsel Krim haben ihre Illusionen über Russland verloren, wollen aber nicht zurück zur Ukraine.

Ich liebe die Krim. Ihre sinnliche Schönheit lässt die Seele erschauern. Die Krim, das ist eine Mischung aus südländischen Gerüchen und Geräuschen. Wermut, Zypressen, Rosen- und Weingärten, das Rauschen der Brandung und Zirpen der Zikaden. Das Südufer der Krim ähnelt Italien und ist mit seinen Bergen und Buchten nicht weniger pittoresk. Und bis heute stehe ich unter Schock wegen der Ereignisse vor nun genau sieben Jahren. Die Krim wurde von zwei diametral entgegengesetzten politischen „Wahrheiten“ zerrissen.

Russland nahm unter Umgehung aller internationalen Vereinbarungen der Ukraine die Krim weg. Als Rechtfertigung diente, wie der Kreml behauptet, der antirussische Staatsstreich von 2014. Die Revolution, die auf dem Majdan begann, erkennt Russland kategorisch nicht an. Bis heute zieht es die neue ukrainische Wirklichkeit in den Dreck.

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Viktor Jerofejew ist Schriftsteller, in Kürze erscheint von ihm das Buch „Der gute Stalin“.

Quelle: F.A.Z.
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