FAZ plus ArtikelStreit um spanischen Rapper

Eine Geschichtslast von hundert Jahren

Von Paul Ingendaay
19.02.2021
, 19:41
Politische Debatte und Straßenprotest: Der Streit über die gewaltverherrlichenden Songs des Rappers Pablo Hasél konfrontiert Spanien mit seinen eigenen Dämonen.

Auch in Deutschland wird über Gewalt, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gestritten, oft mit verblüffenden Argumentationslinien. Dafür genügt ein Blick auf die Debatten um den Hamburger G-7-Gipfel 2017 oder rechtsextreme Aufmärsche. In Spanien jedoch sind solche Konflikte, wie die heftigen Straßenproteste um die Inhaftierung des Rappers Pablo Hasél zeigen, um einiges schärfer.

Denn die spanische Gesellschaft schleppt ein Übermaß an unzureichend verarbeiteter Geschichte mit sich, sie wälzt eine historische Last von rund hundert Jahren ächzend von der Vergangenheit in die jeweils neueste Zukunft. Muss sie wirklich? Ja, denn die einigenden Erzählungen sind zerbrochen. Jetzt wird offenbar, dass vieles unerledigt liegengeblieben ist, im Weitergehen untergemischt wurde und bei der nächsten Gelegenheit wieder mit Gewalt nach draußen drängt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Ingendaay Paul
Paul Ingendaay
Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.
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