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FAZ plus ArtikelUnterwegs in Sachsen

Chemnitz in echt und in Farbe

Von Anna Prizkau
 - 14:39
Karl Marx in Chemnitzzur Bildergalerie

Karl Marx sieht so aus wie ein Pokémon. Kein gutes. Seine Steinhaare sind animehaft kantig. Über den Augen liegt ein Schatten. Im letzten Jahr lag unter ihnen ein Meer aus Deutschlandfahnen, es waren die der Rechtsextremen, die vor dem Riesenmonument marschierten. Jetzt sind kaum Menschen auf der Straße. Bösartig brennt die Sonne auf der Haut. Es ist der zweite Tag, ein Sommertag, in Chemnitz. Und im Kopf sind die Bilder dieser Stadt vom letzten Sommer, ein hundert Mal gesehen in Nachrichten, im Internet: Die tausend Blumen auf der Straße, auf der ein junger Mann ermordet worden war. Der Marsch der Extremisten. Das Brüllen der Betrunkenen am Schlossteich, die sich „Revolution Chemnitz“ nannten und Ausländer angriffen. Und auch, wie ein endloser, ewiger Flashback, das Gesicht Alexander Gaulands, der noch im Nazideutschland-Chemnitz zur Welt gekommen ist.

„Warum denn Chemnitz?“, sagten vor Tagen Freunde und Halbfreunde in Berlin, und sagten dann die Sätze auf, die man auch hört, wenn man erzählt, man reise nach Israel. „Oh, Gott! Pass auf dich auf!“, „Ist es nicht zu gefährlich da?“, und den berühmten Standardsatz: „Also ich würde da aus politischen Gründen nicht hinfahren!“ Normales Vorurteilen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Prizkau, Anna
Anna Prizkau
Redakteurin im Feuilleton.
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