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Wie China Einfluss auf Europas Wissenschaft nimmt

Von Thomas Thiel
13.08.2021
, 15:31
Die Fudan-Universität in Shanghai feiert im Juni 2021 den hundertsten Geburtstag der Kommunistischen Partei.
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Die chinesische Regierung baut ihre Macht über die Wissenschaft aus. Wie weit ihr Arm reicht, zeigt ein Fall an der Universität Sankt Gallen.
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Die „große Mauer aus Stahl“, vor der Staatspräsident Xi Jinping kürzlich all jene warnte, die es wagten, China zu unterdrücken oder zu belehren, wird auch für europäische Universitäten zur fühlbaren Realität. Im Be­mühen, das eigene Bild im Ausland zu kontrollieren und ihre wirtschaftlichen Interessen auszubauen, setzt die chinesische Regierung die Wissenschaft konsequent als Soft Power ein. Vor dem offenen Versuch, Kritik zu unterdrücken und andere zu be­lehren, schreckt sie selbst nicht zu­rück. Im April erteilte sie den Mitarbeitern des größten europäischen Forschungsinstitut für Chinastudien, dem MERICS aus Berlin, ein Einreiseverbot. Ein Exempel für alle, die sich mit ihr anlegen wollen.

Wer sich mit Wissenschaftlern hierzulande über die wachsende chinesische Einflussnahme unterhält, trifft auf eine gedeckte Stimmung. Viele Kritiker wollen aus Angst vor Repressionen nicht namentlich ge­nannt werden. Andere nehmen bei der neuen Macht schon einmal Anschauungsunterricht. Die Wirt­schafts­professorin Doris Fischer von der Universität Würzburg beispielsweise untersucht das chinesische So­zialpunktesystem, ein totalitäres Über­wachung- und Disziplinierungsmonster, in dem Projekt „Vom ,Vorreiter‘ lernen“ auf „Chancen und Risiken“. Interessant ist die erwartete Wirkung auf das Ausland: Auch westliche Unternehmen würden nach dem Maßstab des Sozialpunktesystems bewertet und bei schlechter Note vom chinesischen Markt ausgeschlossen. Für Fischer offensichtlich eine vorbildliche Praxis.

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Thomas Thiel  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Thomas Thiel
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