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Wie man den Bürgersinn schwächt

Von Jürgen Kaube
07.01.2022
, 18:50
Die allgemeine Verwirrung spielt den Impfgegner in die Karten: Teilnehmer eines sogenannten Spaziergangs Anfang Januar in Nürnberg.
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So drohen Achtungsverluste für die Politik: Die ständige Korrektur von Zielen, Mitteln und Problemlösungen verwirrt die Bürger und gibt Impfzweiflern Auftrieb.
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Etwa siebzig Prozent der Deutschen sind nach offizieller Terminologie „vollständig“ geimpft. Aber vollständig ist nicht mehr vollständig, denn inzwischen bedarf es einer Auffrischung, um geschützt zu sein. Geschützt wiederum ist auch nicht mehr geschützt, denn infizieren und das Virus weitertragen kann auch, wer geboostert ist. Wer möchte, kann sich jetzt also schon weitere Vokabeln ausdenken, um die Zweitboosterung, die Nachimpfung mit einem Anti-Omikron-Wirkstoff oder das zu benennen, was nach Omikron kommen mag.

Der individuell naheliegende Schluss aus dem ständigen Zwang, sich an neue, kurz zuvor noch unbekannte oder ignorierte Lagen anzupassen, ist zwar immer derselbe: Ohne Impfung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken. Leute, die jetzt sagen, mehr als dreimal würden sie sich bestimmt nicht impfen lassen, suggerieren, ab dem dritten Mal handele es sich um ein Ritual. Oder wissen sie etwas über die Unverträglichkeit von Impfstoffen, die es noch gar nicht gibt?

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Autorenporträt / Kaube, Jürgen (kau)
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